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11.06.2012

Abschied von Petra Roth – eine konservative Modernisiererin tritt ab

Den Abschied der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth nehmen die hessischen GRÜNEN zum Anlass auf die langen Jahre ihrer Amtszeit zurück zu blicken. „Ihre Wahl vor 17 Jahren war auch für uns mehr als überraschend und mit der Frage verbunden, ob mit der Wahl einer Christdemokratin der weltoffene und tolerante Weg der Frankfurter Stadtpolitik in Gefahr ist. Diese Befürchtungen haben sich glücklicherweise als unbegründet erwiesen. Petra Roth entwickelte sich nicht nur als Oberbürgermeisterin von Frankfurt, sondern vor allem auch in den eigenen Reihen zur Modernisiererin. Mit ihrer Haltung in der Integrationspolitik, dem von ihr weiter betriebenen Dialog der Kulturen oder ihrer liberalen Haltung in der Drogenpolitik hat Roth Maßstäbe innerhalb der Hessen-CDU von Koch und Bouffier gesetzt, an denen sich die Hessen-CDU ein Beispiel nehmen könnte. Roth war immer an überparteilichen Lösungen interessiert und hat den pragmatischen Kurs der Konfrontation vorgezogen“ so Kordula Schulz-Asche und Tarek Al-Wazir, Landesvorsitzende der GRÜNEN in Hessen.

„Petra Roth ist natürlich immer Christdemokratin geblieben. Aber wenn sie in Berlin im Interesse der Schwerstabhängigen für die Fortführung der kontrollierten Heroinvergabe kämpfte oder sich in Frankfurt an die Spitze der Gegendemonstration gegen Neonazis und für das Recht auf Religionsfreiheit und damit auch für einen Moscheebau setzte, dann war sie Oberbürgermeisterin aller weltoffenen und toleranten Frankfurterinnen und Frankfurter und wirkte weit über Frankfurt hinaus. Aber, wo Licht ist, da ist natürlich auch Schatten. Petra Roths Einsatz für den Ausbau des Frankfurter Flughafens bedeutet für zehntausende Menschen nicht nur in Frankfurt eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität. Auch bei dem von ihr selbst um ein Jahr verkürzten Ende ihrer Amtszeit agierte Roth unglücklich. Der Versuch den Oberbürgermeisterposten an CDU-Innenminister Boris Rhein zu ‚vererben‘ schlug fehl. Zuletzt hat ihre harte Haltung für ein Verbot aller Veranstaltungen im Rahmen der Blockupy-Proteste einen Schatten auf Frankfurt geworfen.

Auch wenn wir mit ihr auch in vielen Punkten nicht immer einer Meinung waren, so verliert Frankfurt doch eine angesehene und engagierte Oberbürgermeisterin“ kommentieren die GRÜNEN Landesvorsitzenden die Amtszeit von OB Roth.

„Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg in ihrem neuen Lebensabschnitt“ so Schulz-Asche und Al-Wazir abschließend.

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