Vanessa Gronemann, Sprecherin für Naturschutz der GRÜNEN Landtagsfraktion, heute im Plenum:
„Das Grüne Band steht wie kaum ein anderer Ort für die Verbindung von Natur- und Erinnerungskultur: Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist ein einzigartiger Lebensraum entstanden – und zugleich ein lebendiges Mahnmal der deutschen Teilung. Mit der Ausweisung als Nationales Naturmonument hat Hessen 2023 als erstes westliches Bundesland Verantwortung für dieses europäisch bedeutende Erbe übernommen.
Der Gesetzentwurf der Landesregierung droht diesen Erfolg weitgehend zunichte zu machen: Statt eines zusammenhängenden Schutzraums bleibt nur noch ein Flickenteppich aus rund 50 Prozent der ursprünglichen Fläche. Das Ziel, ein durchgehendes Biotopverbundsystem für gefährdete Arten wie beispielsweise die Wildkatze zu schaffen, wird damit aufgegeben. Die neue Gebietskulisse ist fachlich kaum nachvollziehbar. Wenn Schutzgrenzen mitten durch Flurstücke verlaufen, ist das weder praktikabel noch sinnvoll – und führt zwangsläufig zu mehr Bürokratie und erheblichem Verwaltungsaufwand. Völlig widersprüchlich ist zudem die geplante Neuregelung der sogenannten Schutzzone. Obwohl sie überwiegend aus bestehenden Naturschutzgebieten und stillgelegten Staatswaldflächen besteht, soll dort künftig forstwirtschaftliche Nutzung erlaubt sein. Eine Schutzzone, die bewirtschaftet werden darf, verdient ihren Namen nicht.
Vor diesem Hintergrund ist mehr als fraglich, ob das hessische Grüne Band überhaupt noch den Anforderungen an ein Nationales Naturmonument entspricht. Das Ziel, das Grüne Band als kombiniertes UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbe zu entwickeln, rückt durch diesen Gesetzentwurf in weite Ferne.“
Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecherin: Lisa Uphoff
Schlossplatz 1-3; 65183 Wiesbaden
Fon: 0611/350597; Fax: 0611/350601
Mail: presse-gruene@ltg.hessen.de
Web: http://www.gruene-hessen.de/landtag