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12.05.2009

GRÜNE befragen Landesregierung wegen Marburger Kongresses - Landesregierung: Homosexualität ist weder krankhaft noch therapiebedürftig

Anlässlich der von den GRÜNEN und einer Vielzahl weiterer gesellschaftlicher Gruppen kritisierten Seminaren der Organisation „Wüstenstrom“ und des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) beim 6. Kongress für Psychotherapie und Seelsorge haben die beiden Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Angela Dorn und Kai Klose, heute die Landesregierung befragt.

„Wir sind erfreut, dass die Landesregierung anlässlich des Kongresses auch noch einmal eindeutig klargestellt hat, dass Homosexualität weder krankhaft noch therapiebedürftig ist“, stellt der Abgeordnete Klose im Anschluss an die Fragestunde fest. „Minister Banzer hat sich darüber hinaus der Auffassung der Bundesregierung angeschlossen, dass sich so genannte Konversionstherapien – wie sie von Wüstenstrom und dem DIJG propagiert werden – einem empirisch-wissenschaftlichen Ansatz entziehen. Vor diesem Hintergrund sollten sich endlich auch Stadt und Universität einen Ruck geben und erklären, dass jemand, der Homosexuelle immer wieder belegbar diskriminiert hat wie Frau Dr. Vonholdt, in Marburg nicht willkommen ist.“

Die Marburger Abgeordnete Angela Dorn weist auf den Widerspruch zwischen den Aussagen der örtlichen CDU und denen von CDU-Minister Banzer hin: „Marburgs CDU-Fraktionsvorsitzender Philipp Stompfe hat in der so genannten Erklärung ‚Für Freiheit und Selbstbestimmung‘ das Gegenteil dessen unterschrieben, was Minister Banzer heute im Hessischen Landtag erklärt hat. Es wird Zeit für die Marburger CDU zur Besinnung zu kommen. Für selbst erklärte Homo-Heiler gibt es in Marburg keinen Platz.“

„Wir GRÜNE werden gegen diese Seminare protestieren“, kündigt Klose an. „Im Internet-Netzwerk facebook haben bereits 600 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland ihre Unterstützung beim Protest gegen die Seminare von Vonholdt und Hoffmann dokumentiert. Zahlreiche seriöse Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter ein Bündnis Marburger Psychotherapeutinnen und -therapeuten, haben ihr Unverständnis darüber dokumentiert, dass diesen Theorien im 21. Jahrhundert Raum in einer wissenschaftlichen Lehranstalt zur Verfügung gestellt wird.“


Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecherin: Elke Cezanne

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