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31.08.2017

Biosphärenregion Wiesbaden/Rheingau-Taunus/Mainspitze: Wasser, Wein und wilder Wald – große Chancen für nachhaltige Entwicklung in der Metropolregion

Die GRÜNEN im Landtag freuen sich sehr über die Zusammenarbeit der Stadt Wiesbaden, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Main-Taunus-Kreises in Bezug auf eine mögliche Biosphärenregion Wiesbaden/Rheingau-Taunus/Mainspitze. „Wenn die Kommunen gemeinsam mit dem Zweckverband Naturpark Rhein-Taunus eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie dazu auf den Weg bringen, begrüßen wir das sehr“, erklärt Ursula Hammann, Sprecherin für Naturschutz der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Eine solche Unesco-Region wäre das einzige urban geprägte Biosphärengebiet in Deutschland; auch weltweit gibt es nur drei solche Gebiete im Zusammenhang mit Metropolregionen.“

„Die Unesco-Biosphärenreservate oder -regionen sollen eine ausgewogene Beziehung zwischen Menschen und Biosphäre fördern. Es geht nicht darum, einer Region eine Käseglocke überzustülpen, in der nichts mehr verändert werden darf, sondern um eine nachhaltige Entwicklung im Einklang von Ökologie, Ökonomie und sozialer, kultureller Umwelt“, so Hammann weiter. „Dazu gehört neben der Bewahrung des Landschaftsbildes und der Ökosysteme auch ein Blick auf das touristische Kapital, auf nachwachsende Rohstoffe und regenerative Energieträger und die Stärkung von regionaltypischem Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft. Eine Biosphärenregion lebt von und mit den Menschen. Die Planung muss daher im Dialog mit der Bevölkerung, mit Feingefühl und Fantasie geführt werden. Eine Machbarkeitsstudie, deren Voraussetzungen die Akteure vor Ort und die Landesregierung gemeinsam erarbeiten, kann viele Facetten untersuchen, etwa die Entwicklungschancen in den Bereichen Tourismus, Weinbau, Gastronomie, Erholung, Kurbetriebe und Kultur, die Auswirkungen auf die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die Entwicklungsmöglichkeiten von Wirtschaft und Verkehr.“

„Zu den Besonderheiten einer Biosphärenregion Wiesbaden/Rheingau-Taunus/Mainspitze gehören Qualitätsweinbau und Rheinromantik, unberührte Wälder, Weideland und Flussauen, die Landwirtschaft im Untertaunus und die Mineralquellen und Kurbäder Wiesbaden, Schlangenbad und Bad Schwalbach. Im Naturpark Rhein-Taunus ist das größte Vorkommen der Europäischen Wildkatze und der Äskulapnatter zu finden, eine Reihe von Natura-2000-Gebieten schützt bestimmte Arten wie etwa den Hirschkäfer. Die Rheininseln sind Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Vögel. Mit einer Anerkennung als Biosphärenregion würden sich unter anderem die Chancen auf Fördermittel der Europäischen Union deutlich verbessern.“


Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecher: Volker Schmidt
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