Julia Frank, Landesvorsitzende der hessischen GRÜNEN:
„Der mutmaßliche Tötungsfall einer 77-jährigen Frau in Eppertshausen, bei dem der Ehemann in Untersuchungshaft sitzt, macht erneut deutlich: Gewalt gegen Frauen findet überwiegend im sozialen Umfeld statt – und sie endet noch immer viel zu häufig tödlich.
Nach Angaben des Bundeskriminalamtes ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Mehrheit der Betroffenen sind Frauen. Jährlich werden über hundert Frauen von ihrem (Ex-)Partner getötet. Auch in Hessen verharren die Fallzahlen häuslicher Gewalt auf hohem Niveau.
Femizide sind keine ‚Beziehungsdramen‘, sondern Ausdruck struktureller, geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie müssen klar benannt und konsequent bekämpft werden. Erforderlich sind ein flächendeckender Ausbau von Frauenhäusern und Beratungsstellen, eine verlässliche Finanzierung von Präventions- und Interventionsangeboten, konsequente Gefährdungsanalysen bei Partnerschaftsgewalt und die stärkere Sensibilisierung von Justiz, Polizei und Öffentlichkeit.
Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Der Schutz von Frauen vor Gewalt muss politische Priorität haben.“
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