Inhalt

23.11.2012

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen - Zwangsprostitution ist ein Verbrechen

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25. November stattfindet, sprechen sich die hessischen GRÜNEN für mehr Unterstützung von Opfern von Zwangsprostitution aus und zeigen Flagge mit der symbolischen Fahnenhissung vor der Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden.

„Weltweit gibt es circa 2,45 Millionen Opfer von Menschenhandel. In Deutschland liegt die Zahl der sexuell Ausgebeuteten schätzungsweise bei bis zu 30.000. Oft sind sie Gewalt ausgesetzt und kommen aus ihrer Not nicht heraus, zumal die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland meist nur wenig an ihrem Zustand verändert. So können sich betroffene ausländische Frauen unter Umständen nur dann weiter in Deutschland aufhalten, wenn sie in einem gerichtlichen Verfahren gegen ihre Peiniger aussagen. Ansonsten schiebt der Staat die Betroffenen in ihr Heimatland ab – und dort werden sie gänzlich im Stich gelassen. Deshalb fordern wir gemeinsam mit TERRE DES FEMMES den unbefristeten Aufenthalt für die Opfer von Zwangsprostitution, unabhängig von der Bereitschaft, vor Gericht auszusagen“ so Bettina Hoffmann, frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand der hessischen GRÜNEN.

„Die hessischen Beratungs- und Unterstützungsstellen FiM für den südhessischen und FRANKA für den nordhessischen Raum sind für die Mädchen und Frauen und deren Schutz wichtige Anlaufstellen. Sie müssen angemessen finanziert werden, damit sie gute Arbeit leisten können. Auch der Runde Tisch gegen Menschenhandel, an dem Vertreterinnen und Vertretern der Hessischen Ministerien, des Landeskriminalamtes, frauenpolitischen Sprecherinnen der Parteien,  die Liga der freien Wohlfahrtspflege und andere Fachberatungsstellen beteiligt sind,  leistet einen wichtigen Beitrag. Um Zwangsprostitution zu verhindern, müssen wir vor allem die Freier für dieses prekäre Thema sensibilisieren“, erklärt  Monne Lentz, frauenpolitische Sprecherin des GRÜNEN Landtagsfraktion.

„Die Fahnenaktion weist auf gewalttätige Übergriffe gegen Frauen im Alltag hin, egal ob im In- oder Ausland. Neben häuslicher Gewalt in allen sozialen Kreisen, Genitalverstümmelungen oder Ehrenmorden spielt gerade psychische Gewalt eine immer größer werdende Rolle in der heutigen Gesellschaft. Es gilt, das Thema ernst zu betrachten und ihm durch die Aktion so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu schenken. Nur so können wir uns dem Motto ‚Frei leben – ohne Gewalt’ nähern. Wir brauchen gut funktionierende  Netzwerke, in denen die Mädchen und Frauen, die Gewalt erfahren haben und immer noch erfahren, Schutz, Beratung und Rückhalt finden. Zudem sehen wir Deutschland  in der Pflicht diesen Frauen eine Lebensperspektive hier zu geben“, unterstreichen Bettina Hoffmann und Monne Lentz abschließend.

Zum Thema