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24.01.2013

Frauenfeindlichkeit ist kein Kavaliersdelikt, auch nicht in der FDP. Grüne fordern schnelle Aufklärung des Sachverhalts

Als „für einen Justizminister unwürdig“ bezeichnet die Landesvorsitzende der hessischen Grünen, Kordula Schulz-Asche,  die Äußerungen Jörg-Uwe Hahns zu den Vorwürfen einer Stern-Journalistin gegenüber dem FDP-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Rainer Brüderle. Der hessische Justizminister sagte zu Spiegel Online über die Journalistin, die im Stern aus ihrer Sicht einen Vorfall am Rande des FDP-Dreikönigstreffens 2012 wiedergibt: „Wer es nötig hat, so etwas als ‚Story‘ zu verkaufen, hat sich von seinem Chefredakteur vor den schmutzigen Karren spannen lassen.“  Obwohl sich Brüderle selbst zu den Vorwürfen noch gar nicht geäußert hat, meint Herr Hahn bereits jetzt, die Journalistin und den Stern vorverurteilen zu können. Sowohl Brüderle als auch die Journalistin haben das Recht auf faire Behandlung. Der Sachverhalt ist jetzt zu klären. Es hat ja offensichtlich hinreichend Zeuginnen und Zeugen des Vorfalls gegeben.

Die Beschreibung der Journalistin, sollte sie denn zutreffend sein, ist zudem alles andere als „so etwas“, wie es Hahn bezeichnete.  Es wäre ein Zeichen für ein eine Verachtung von Frauen durch prominente Politiker, die nicht nur in der Politik nichts zu suchen hat. Deshalb ist jetzt schnelle Aufklärung gefragt. Denn Frauenfeindlichkeit ist kein Kavaliersdelikt, auch nicht in der Männerpartei FDP.

Die Grünen erinnern zudem an die Äußerungen der aus der FDP ausgetretenen ehemaligen Wiesbadener Stadtverordneten und Landesvorsitzenden der Liberalen Frauen, Brigitte Pöpel, dass in der FDP „ein frauen- und familienfeindlicher Ton die Regel, nicht die Ausnahme“ sei.  Die amtierende Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen, Doris Buchholz, berichtete über die FDP: „Es ist ein Männerverein.“ Und führte als Beispiel an: „Ich habe schon erlebt, dass man mir gesagt hat, man möchte gut aussehende Frauen auf Wahlplakaten – nach dem Motto: Sex sells.“

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