Inhalt

24.11.2017
Landesarbeitsgemeinschaften, Landesmitgliederversammlung

Neue Unterrichtsfächer an Hessens Schulen müssen die Arbeitsbelastung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern berücksichtigen

1. In einer sich schnell wandelnden Welt mit neuen gesellschaftlichen Entwicklungen müssen auch die Unterrichtsinhalte und Unterrichtsfächer an unseren Schulen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Denn Kompetenz- und Wissensvermittlung ist nichts Statisches, sondern müssen sich immer wieder neu an dem Ziel messen lassen, Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihren weiteren Lebensweg vorzubereiten.

2. Von unterschiedlicher Seite werden Forderungen nach neuen Unterrichtsfächern an die Politik und unsere Schulen herangetragen. Umweltverbände wollen die Umweltbildung gestärkt sehen, Wirtschaftsverbände das Thema Wirtschaft, andere das Thema Informatik. Auch ein eigenes, zusätzliches Fach „Ethik und Religionskunde“ gehört in die Reihe von neuen Schulfächern, über die diskutiert wird.

3. Wir sehen, dass es für jede einzelne dieser Forderungen nach neuen Unterrichtsfächern gute Gründe gibt. Gleichzeitig sehen wir mit Sorge, dass jeweils zusätzliche Fächer und damit eine Ausweitung der Pflichtstunden für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer angestrebt werden. Würde man allen Forderungen nachgeben, würde das eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten.

4. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der verkürzten Schulzeit zum Abitur (G8) haben die hessischen GRÜNEN große Zweifel, ob eine Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Schülerinnen und Schüler tatsächlich sinnvoll ist. In jedem Fall halten wir es vor der Einführung neuer Fächer für erforderlich, die gesamte Unterrichtsverpflichtung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern in den Blick zu nehmen und
zu klären, ob einer Mehrbelastung auf der einen Seite auch eine Entlastung auf der anderen Seite gegenüberstehen könnte. Lediglich immer neue Fächer einzuführen lehnen wir ab.

 

5. Ein neues Fach „Ethik und Religionskunde“ wirft zudem sehr grundsätzliche Fragen in Bezug auf den Religionsunterricht und letztlich zum Verhältnis von Kirche und Staat auf. Dazu gehört beispielsweise, dass Schülerinnen und Schüler bislang entweder den Religions- oder den Ethikunterricht besuchen. Mit dem Verhältnis von Staat und Kirche hat sich die Religionskommission des GRÜNEN Bundesverband intensiv beschäftigt (https://www.gruene.de/ueber-uns/struktur-im-ueberblick/religionskommission.html). Der Abschlussbericht war Grundlage für einen Leitantrag des Bundesvorstands zu diesem Thema der von der Bundesdelegiertenkonferenz beschlossen wurde. Der Abschlussbericht dient auch als Grundlage für weitere Diskussionen zu diesem Thema. Diese Debatte, in die auch mehrere Bundesarbeitsgemeinschaften einbezogen sind, dauert an und wird von einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe begleitet. Dem Ergebnis dieser Debatte sollte nicht vorgegriffen werden, sondern die Diskussion genutzt werden, um auch die Vor- und Nachteile eines Fachs „Ethik und Religionskunde“ vertiefend zu erörtern.

Zum Thema

GRÜNE Hessen auf FacebookVerlässlich gestalten - Perspektiven eröffnen. Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag.Bilanz: Wie Hessen seit 2014 grüner und gerechter geworden ist.