Felix Martin, Sprecher für frühkindliche Bildung der GRÜNEN Landtagsfraktion:
„Die Landesregierung hat angekündigt, dass das erfolgreiche Programm ‚Sprach-Kitas‘ Ende 2026 ausläuft. Nach den massiven Kürzungen bei den Integrierten Gesamtschulen sowie dem Sozialindex ist das der nächste Kahlschlag bei der Bildung in Hessen. CDU und SPD kürzen erneut genau dort, wo besondere Unterstützung notwendig ist. Denn die Sprach-Kitas unterstützen gezielt in Einrichtungen mit überdurchschnittlich vielen Kindern mit sprachlichem Förderbedarf. Rund 500 spezialisierten Sprachförderkräften droht mit den Kürzungen die Arbeitslosigkeit. Wir fordern die Landesregierung auf, den Fortbestand der Sprach-Kitas umgehend zu garantieren.
Der Verweis der Landesregierung auf die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für sprachliche Bildung ist ein schwacher Trost, denn ein solches Zentrum ersetzt kein zusätzliches Personal vor Ort. Auch die angekündigte Erhöhung der Betriebskostenpauschalen hilft den Sprach-Kitas nicht: Bislang ist völlig unklar, wie viel Geld die Kitas erhalten werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Gelder nicht mehr für zusätzliches Personal reichen werden. Eine Förderung über die Betriebskosten unterstützt alle Kitas ein bisschen, während die Sprach-Kitas gezielt dort wirken, wo es einen besonders hohen Bedarf nach Sprachförderung gibt.
Das entsprechende Landesgesetz soll erst im Sommer nächsten Jahres beschlossen werden, weshalb unklar bleibt, wie viel Geld die Kitas erhalten werden. Die Landesregierung ist nicht einmal bereit, den Übergangszeitraum bis zum Inkrafttreten des Landesgesetzes zu finanzieren. So zerstört man erfolgreiche Strukturen und verliert vorhandene Expertise.“
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