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28.05.2026

Regionalität in der Landwirtschaft? Ja, aber richtig!

In seiner Regierungserklärung letzte Woche warb der Landwirtschaftsminister Ingmar Jung für ein neues Förderprogramm, das regionale Landwirtschaft in Hessen unterstützen soll. Das ist an sich eine gute Idee – aber ein innovatives Angebot für die Förderung der regionalen Landwirtschaft gab es mit den „Ökomodellregionen“ bereits. Dieses Projekt hat das geschaffen, was es für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Erzeuger*innen, Lebensmittelhandel und Verbraucher*innen braucht: Vernetzung, Verlässlichkeit und Transparenz. In der letzten Legislaturperiode mit GRÜNER Beteiligung wurde ganz Hessen Teil dieses Vorhabens – die jetzige Landesregierung ließ es jedoch Ende 2025 auslaufen. Wir haben daher im Plenum deutlich gemacht, dass die Umwidmung der Fördermittel zu einem Investitionsförderprogramm nicht innovativ ist, denn solche Programme für die Lebensmittelverarbeitung gibt es mit der Marktstrukturförderung bereits.

Zudem beginnt das Verständnis der Landesregierung von „regionaler“ Erzeugung erst mit der Ernte, statt den Blick bereits auf den Beginn der Herstellungskette zu richten. So kommen die elementaren Bestandteile Saatgut und Dünger meist nicht aus Hessen, sondern von internationalen Großkonzernen. Im Ergebnis sind die landwirtschaftlichen Erzeugnisse dann nicht konsequent regional produziert. Um sich gegen diese Großkonzerne behaupten zu können, wäre es zudem wichtig, dass sich die Landesregierung für einen fairen Wettbewerb einsetzt. Dazu gehört auch, die konsequente Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten vom Saatgut bis an die Ladentheke zu unterstützen und die Blockadehaltung gegenüber wirksamen Instrumenten der Gemeinsamen Marktordnung zu beenden. Wenn die Landesregierung es mit der Regionalität ernst meint, muss sie alle Möglichkeiten ausschöpfen, die ihr zur Verfügung stehen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle Erzeuger*innen eine faire Chance auf dem Markt haben und Hessens Betriebe im Wettbewerb gegen die Übermacht global agierender Konzerne gestärkt werden.

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