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06.10.2026

Fachgespräch Hasskriminalität - Gemeinsam gegen queerfeindliche Hasskriminalität

Die Zahl queerfeindlicher Straftaten in Hessen ist zuletzt stark gestiegen. 2024 wurden 135 Fälle registriert – ein Anstieg um 62,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2025 ist die Zahl sogar auf 141 Fälle angewachsen. Diese kontinuierliche Zunahme ist erschütternd und zeugt von einem gesellschaftlichen Klima, in dem sich Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen stark zu verbreiten drohen. Zudem bilden die Zahlen lediglich die registrierten Fälle ab. Die Dunkelziffer dürfte deutlich größer sein.

 

Vor diesem Hintergrund hat die GRÜNE Landtagsfraktion am 26. August 2026 im Hessischen Landtag ein Fachgespräch zu queerfeindlicher Hasskriminalität ausgerichtet. Unser queerpolitischer Sprecher Andreas Ewald hat den Abend moderiert. Im Mittelpunkt standen zwei Fachvorträge: Stefan Kräh von der LSBTIQ*-Koordinierungsstelle der Landeshauptstadt Wiesbaden stellte Ergebnisse der Online-Erhebung „Queeres Leben in Wiesbaden“ vor; Victoria Kues und Florian Meerheim von VelsPol Hessen – dem queeren Netzwerk für Polizei, Justiz und Zoll in Hessen – gaben Einblicke in die Arbeit der Polizei im Kontext queerer Gewalt.

 

Stefan Kräh machte in seinem Vortrag aus Ausmaß queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt im Alltag sichtbar: Drei Viertel der Befragten haben bereits LSBTIQ*-feindliche Vorfälle erlebt. Die Hälfte wurde beleidigt oder beschimpft, rund ein Drittel angepöbelt oder bedroht. Wie groß das Dunkelfeld ist, zeigt sich daran, dass 90 Prozent der erlebten Vorfälle nicht angezeigt oder gemeldet wurden.

 

Victoria Kues und Florian Meerheim formulierten konkrete Ansatzpunkte für die Polizei: Es brauche hauptamtliche queere Ansprechpersonen, mehr Vertrauen zwischen Polizei und Community, eine hessenweite Präventionskampagne gegen Queerfeindlichkeit sowie geeignete Schulungen für Polizeibedienstete.

 

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die rund 50 Teilnehmenden aus ganz Hessen gemeinsam über notwendige politische Maßnahmen und darüber, wie queere Menschen in Hessen besser vor Hass und Gewalt geschützt werden können. Der Abend hat deutlich gemacht: Es braucht systematische Präventionsarbeit in allen Bereichen, eine bessere Erfassung des Dunkelfelds sowie auskömmlich und langfristig finanzierte Strukturen, die Betroffenen schnelle, kompetente und nachhaltige Unterstützung bieten.

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