Es ist keine Titelverteidigung, die Glückwünsche verdient: Im aktuellen Ministerranking des Deutschen Hochschulverbands (DHV) liegt Wissenschaftsminister Gremmels zum zweiten Jahr in Folge auf dem letzten Platz. Für seine Eignung als Wissenschaftsminister haben die befragten hessischen Wissenschaftler*innen ihm lediglich eine Schulnote von 4,53 (von 1 bis 6) ausgestellt. Damit hat sich seine Bewertung des Vorjahres (3,85) nicht nur nochmals deutlich verschlechtert – mit dieser Bewertung würde man auch an jeder Schule und Hochschule in Hessen durchfallen. Über 80 Prozent der Befragten halten Herrn Gremmels für einen schlechten Wissenschaftsminister, 25 Prozent sogar für ‚die denkbar schlechteste Besetzung‘.
Das ist nicht nur ein vernichtendes Zeugnis für die Hochschulpolitik von SPD-Minister Gremmels und der gesamten schwarz-roten Landesregierung. Es ist vor allem ein verzweifelter Hilferuf der hessischen Wissenschaft, die schon jetzt massiv mit den Auswirkungen des abrupten Spardiktats der Landesregierung an Hessens Hochschulen zu kämpfen hat. Mit dem Hochschulpakt 2026-2031 werden sich sowohl die Bildungschancen als auch die Arbeitsbedingungen an unseren Hochschulen deutlich verschlechtern. Durch Stellensperren werden die Karriereperspektiven der talentiertesten und klügsten Köpfe in diesem Land zerstört. Deswegen muss dieses Ergebnis Wissenschaftsministr Gremmels und die gesamte Landesregierung endlich wachrütteln. CDU und SPD müssen anfangen, Investitionen in die Bildung wirklich zu priorisieren – und nicht nur in Sonntagsreden. Für die Hochschulen heißt das konkret, dass der Hochschulpakt schnellstmöglich nachverhandelt werden muss. Die Tarifabschlüsse dürfen nicht erst ab 2028 und nur teilweise ausgeglichen werden. Sonst setzt die Landesregierung den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen aufs Spiel.
Hintergrund:
Das DHV-Ministerranking basiert auf einer Online-Umfrage unter den ca. 34.000 Mitgliedern des Deutschen Hochschulverbands und wurde in diesem Jahr zum 16. Mal durchgeführt. An der Abstimmung vom 13. November bis 12. Dezember 2025 nahmen 2.222 Wissenschaftler*innen teil. Für das DHV-Ministerranking beurteilen sie, inwieweit sie die Bundesministerin und ihre jeweiligen Landesminister*innen als geeignet für ihr Amt ansehen. Dabei kann eine Bewertung von „die ideale Besetzung“ (Note 1) bis „die denkbar schlechteste Besetzung“ (Note 6) vergeben werden. In das Ranking aufgenommen wurden nur Minister*innen, für die mindestens 50 Bewertungen abgegeben wurden. Das erforderliche Quorum verfehlten drei Landesminister*innen.