Inhalt

10.09.2026

Ausbildungsstart 2026: GRÜNE stellen Aktionsplan „Ausbildung kann mehr“ vor

Zum 1. August und 1. September sind wieder viele junge motivierte Menschen in eine berufliche Ausbildung gestartet. Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist ein echtes Erfolgsmodell – doch steht sie zugleich vor großen Herausforderungen: Einerseits suchen Betriebe händeringend nach qualifizierten Auszubildenden, andererseits finden viele junge Menschen keinen passenden Ausbildungsplatz oder wissen nach der Schule nicht, welchen Weg sie einschlagen wollen. Gerade in Berufen mit hohem Fachkräftebedarf sinkt die Zahl der Auszubildenden seit Jahren.

 

Wir GRÜNEN wollen dieser Entwicklung nicht zuschauen und haben deswegen einen Aktionsplan zur Stärkung der beruflichen Ausbildung entwickelt – mit 13 konkreten Maßnahmen zum Ausbau der beruflichen Orientierung, zur Modernisierung des Unterrichts an Berufsschulen und zur Steigerung der Attraktivität der dualen Berufsausbildung.

 

Ausbau der beruflichen Orientierung

Um mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung zu begeistern, muss die Berufsorientierung an Schulen weiter ausgebaut werden. Wir wollen längere, mehrwöchige Praktikumsphasen auch mit wechselnden Praktikumsstätten ermöglichen. An Gymnasien soll künftig schon in der Sekundarstufe I ein zweites Praktikum stattfinden. Das erfolgreiche Modellprojekt „Schule Plus“ mit wöchentlichen Berufspraxistagen für Schüler*innen im Abschluss- und Vorabschlussjahr wollen wir ausbauen. Für freiwillige Praktika im Handwerk während der Schulferien soll es eine Praktikumsprämie geben. Und das erfolgreiche PUSCH-Programm mit Berufspraxisklassen für abschluss- und anschlussgefährdete Jugendliche wollen wir an doppelt so vielen Schulen wie bisher einführen. Auch die Ausbildungsberatung für Studienzweifler*innen und Studienabbrecher*innen wollen wir durch eine Verankerung von Handwerks- und Handelskammern in der Studienberatung an den Hochschulen stärken.

 

Modernisierung der Berufsschulen

Moderne Lernumgebungen und eine zeitgemäße technische Ausstattung sind unerlässlich, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten und die Berufsausbildung attraktiv zu gestalten. Wir wollen deshalb zusätzlich 100 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes an die Kommunen weitergeben, damit gezielt in die Modernisierung und Ausstattung beruflicher Schulen investiert werden kann. Mit Blick auf die durch die Bündelung von Fachklassen immer längeren Wege zur Berufsschule wollen wir die Möglichkeiten von digitalem und hybridem Unterricht ausbauen.

 

Attraktive Bedingungen schaffen

Was für Studierende in Hochschulstädten eine Selbstverständlichkeit ist, ist für Auszubildende bisher eine Rarität: Wohnheime mit bezahlbaren und speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichteten Angeboten. Das von CDU und SPD im Koalitionsvertrag angekündigte Landesprogramm für Azubi-Wohnheime besteht bisher aber nur auf dem Papier. Deswegen fordern wir unter anderem endlich ein festes Mindestbudget und konkrete Ausbauziele für Azubi-Wohnheime. Zudem wollen wir den Mobilitätszuschuss für lange Fahrtwege zur Berufsschule ausweiten, um Azubis stärker finanziell zu entlasten.

 

Auszubildende und Fachkräfte anwerben

Trotz des Fachkräftemangels und rückläufiger Azubi-Zahlen werden Fachkräfte und Azubis aus dem Ausland allzu oft abgeschoben oder bestehende ausländische Abschlüsse nicht anerkannt. Wir setzen uns dafür ein, dass gut integrierte und engagierte Azubis bleiben dürfen und bestehende Möglichkeiten einer Ausbildungsduldung oder einer Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung besser genutzt werden. Durch Positivlisten wollen wir die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschleunigen und vereinfachen.

 

Ausbildung in sozialen Mangelberufen attraktiver machen

Gerade in sozialen Berufen wie der Pflege oder in Kitas ist der Fachkräftemangel besonders groß – gleichzeitig gibt es für diese Ausbildungsberufe unnötige Zugangshürden und Fehlanreize. Das wollen wir ändern: Die Erzieher*innenausbildung wollen wir wie in Bayern auf vier Jahre verkürzen und die Schulgelder für soziale Ausbildungsberufe abschaffen. Um den hohen Abbruchquoten in der Pflegeausbildung zu begegnen, wollen wir sozialpädagogische Unterstützung an allen Pflegeschulen einrichten.


Weiterführende Informationen:

  • Den GRÜNEN Aktionsplan „Ausbildung kann mehr“ mit allen Maßnahmen im Detail finden Sie hier: https://t1p.de/2fo9r

Kontakt