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Zusammenfassung der Veranstaltung Bürgerbusse

Erkenntnisse des Fachgesprächs am 19. Juni 2015:

  • Bürgerbusse sind eine Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot und sollen nicht in Konkurrenz zu regionalen Bussen und Bahnen stehen. Die Bürgerbusse dürfen nicht als günstigerer Ersatz für den ÖPNV eingesetzt werden.
  • Bürgerbusse ermöglichen eine bessere Vernetzung von peripheren Räumen und den bestehenden Angeboten des ÖPNVs. Dies führt zu höheren Fahgrastzahlen und sorgt für eine bessere Erreichbarkeit beispielsweise von Apotheken, Arztpraxen, Behörden und Supermärkten. Bürgerbusse erlauben aber auch eine verbesserte Teilhabe an der Gesellschaft. Dies betrifft vor allem ältere und alleinlebende Menschen. Darüber hinaus stellten die Expertinnen und Experten der Veranstaltung fest, dass Bürgerbusse noch besser in die bestehenden Infrastrukturen des ÖPNVs integriert werden müssen. Dabei geht es nicht nur die Abstimmung von Fahrplänen. Die Verbünde können mit ihrer Infrastruktur den Betrieb und die Organisation von Bürgerbussen aktiv unterstützen. Es wird weiter angeregt, dass das Land die Vernetzung von Bürgerbussen auf Landesebene unterstützt. Dies könnte evtl. über die vom Verkehrsministerium finanzierte AG Nahmobilität erfolgen.
  • Bürgerbusse leben von einem großen freiwilligen und ehrenamtlichen Engagement; allerdings kommt es aufgrund dieser Freiwilligkeit auch zu Engpässen bei der Sicherstellung von Angeboten. Hierfür ist teilweise auch der Mangel an Busfahrern oder der hohe administrative Aufwand bei dem Betrieb von Bürgerbussen verantwortlich. Für den Betrieb von Bürgerbussen existieren bestimmte Standards an Fahrzeuge, den Betrieb und die Fahrer. Solche Regeln erschweren den Betrieb von Bürgerbussen, da sie oft im Gegensatz zum Ehrenamt stehen und die Betriebskosten erhöhen. Gleichzeitig ermöglichen solche Standards den sichern und qualitativ hochwertigen Betrieb von Bürgerbussen. Je stärker die Angebote in das bestehende ÖPNV-Netz integriert werden sollen, desto wichtiger ist die Berücksichtigung von Standards für den Betrieb von Bürgerbussen.
  • Oft stellen die Anfangsinvestitionen die Kommunen vor große Hürden. Es wurde daher diskutiert, den Betrieb von Bürgerbussen mit Landesmitteln zu fördern. Durch die Bereitstellung von Landesmitteln könnte man die Kommunen bei der Einrichtung von Bürgerbussen unterstützten.
  • Im Rahmen der Veranstaltung, wurde auch über andere Mobilitätsangebote für den ländlichen Raum gesprochen. Hierzu zählen zum Beispiel: Mitfahrbörsen, Mobilfalt, etc. Die Frage ist in wie weit diese Angebote Alternativen zu Bürgerbussen darstellen.
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