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07.07.2022

documenta 15- Aufarbeitung zur Ausstellung antisemitischer Bildsprache hat höchste Priorität

„Dass antisemitische Bildsprache auf der documenta 15 gezeigt wurde, ist ein inakzeptabler Tabubruch. Hiermit wurden die Grenzen der Kunstfreiheit deutlich überschritten. Antisemitismus darf keinen Platz in Hessen, in Deutschland und nirgendwo auf der Welt haben“, betonte die kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion Mirjam Schmidt auf der auswärtigen Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst in Kassel.

 

Die Aufklärung darüber, wie das betreffende Werk ohne eingehende Prüfung in die Ausstellung gelangen konnte sowie die Begutachtung weiterer Ausstellungsstücke durch anerkannte Antisemitismus-Expert*innen muss höchste Priorität haben. Trotz mehrfacher Versicherungen der documenta gGmbH im Vorfeld der Eröffnung, es gebe keine Hinweise auf antisemitische Bildsprache auf der Ausstellung, seien von der Generaldirektorin und dem Kuratorenteam keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen worden. „Wir erwarten von Frau Schormann, vollumfänglich aufzuklären, wie es hierzu kommen konnte und Verantwortung für eigene Fehler zu übernehmen. Auch Oberbürgermeister Geselle muss sich die Frage gefallen lassen, welchen Beitrag er als Aufsichtsratsvorsitzender im Vorfeld der Ausstellungseröffnung in Anbetracht der im Raum gestandenen Befürchtungen hätte leisten können und müssen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass verschiedene Vorschläge von Bund und Land für das Hinzuziehen externer Expertise ohne weitere Diskussion abgelehnt wurden. Mit Zensur hätte eine externe Beratung durch Expert*innen aus Antisemitismusforschung und Kunst nichts zu tun gehabt – gleichzeitig hätte die Ausstellung des betreffenden Werks so möglicherweise verhindert werden können. Freiheit, auch künstlerische oder kuratorische ist ohne Verantwortung nicht zu haben“, so Schmidt.

 

Eine umfassende Aufklärung ist notwendig, um die für Kassel und Hessen so wichtige Kulturmarke documenta zu erhalten und zukunftsfest aufstellen zu können. Hierfür müssen Strukturen und Verantwortlichkeiten einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Zusätzlich zu Vertreter*innen aus Kassel und der Landesregierung sollte zukünftig auch bundesweite und internationale Expertise in den Aufsichtsrat einbezogen werden.


Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecherin: Lisa Uphoff
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