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17.12.2025

Überlastungsanzeigen, Resolutionen und IQB-Absturz - Kürzungen bei der Lehrkräftebildung beschleunigen Sinkflug bei der Bildungsqualität

Gruppenüberlastungsanzeigen, Resolutionen und Hilferufe von überlasteten Lehrkräftekollegien, Kürzungen in der Lehrkräfteausbildung und ein katastrophales Ergebnis Hessens beim IQB-Bildungstrend: In der hessischen Bildungspolitik jagt eine Hiobsbotschaft die nächste. Doch obwohl sich die Bildungsqualität an Hessens Schulen im Sinkflug befindet, planen CDU und SPD gerade eifrig, wie man das Ganze mit Kürzungen bei der Lehrkräfteausbildung auch noch beschleunigen kann.

 

Die geplanten Kürzungen betreffen dabei sowohl die erste Phase, also das Studium, als auch die zweite Phase, den Vorbereitungsdienst: Wegen der Kürzungen bei der Hochschulfinanzierung im SPD-regierten Wissenschaftsministerium stehen die Hochschulen massiv unter Druck und müssen Studienangebote einstellen. An der TU Darmstadt ist unter anderem die Schließung des für die Lehrkräfteausbildung so relevanten Instituts für Sportwissenschaften und des beruflichen Lehramts geplant. Und als ob das nicht genug wäre, arbeitet das CDU-geführte Kultusministerium derzeit auch noch an Kürzungen im Bereich der zweiten Ausbildungsphase, dem Vorbereitungsdienst. Dabei geht es um Kürzungen sowohl bei der Dauer des Vorbereitungsdienstes als auch bei der Betreuung der Referendare durch Ausbildungslehrkräfte.

 

Dabei hat erst kürzlich eine Erhebung der GEW gezeigt, dass bereits im Vorbereitungsdienst über 90 Prozent der angehenden Lehrkräfte über Erschöpfung klagen. Unser Lehrkräftenachwuchs ist also schon ausgebrannt, bevor er überhaupt richtig im Schuldienst angekommen ist. Mit einer Verkürzung des Vorbereitungsdienstes droht eine weiter Arbeitsverdichtung und noch größere Wahrnehmung von Stress und Druck. Wir sehen schon jetzt an den sinkenden Zahlen von Lehramtsstudierenden in den letzten Jahren, dass die Attraktivität des Lehrkräfteberufs abnimmt. Eine kürzere Ausbildungsdauer könnte noch mehr junge Menschen von dem Beruf abschrecken. Das muss der Kultusminister unbedingt verhindern.

 

Wir GRÜNEN finden: So kann es nicht weitergehen. Wir erwarten vom Kultusminister, dass er gemeinsam mit dem Wissenschaftsminister die Schließung von wichtigen Studiengängen verhindert und die eigenen Pläne für Kürzungen beim Vorbereitungsdienst begräbt. Vielmehr erwarten wir, dass die Landesregierung dem Lehrkräftemangel endlich mit neuen Maßnahmen begegnet, statt diesen weiter zu befeuern. Wir fordern unter anderem Modellversuche für Quereinstiegsmaster und ein duales Lehramtsstudium, um neue Zielgruppen für den Beruf als Lehrkraft zu gewinnen, und einen deutlichen Ausbau der multiprofessionellen Teams an unseren Schulen, um Lehrkräfte effektiv zu entlasten.

 

Da vom Kultusminister in dieser Hinsicht leider nichts zu erwarten ist, werden wir GRÜNEN Anfang Januar in einer Pressekonferenz eigene neue Vorschläge für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik in Hessen machen.

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