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28.05.2026

Psychotherapeutische Versorgung stärken – nicht kaputtsparen

Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt seit Jahren deutlich, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Betroffene warten teils monatelang auf einen Therapieplatz. Umso unverständlicher ist es, dass die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent gekürzt wurde. Und es drohen weitere Einschnitte: Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung könnte die psychotherapeutische Versorgung zusätzlich verschlechtern.

Deshalb haben wir GRÜNE das Thema mit einem Setzpunktantrag auf die Tagesordnung des Hessischen Landtags gesetzt. Für uns ist klar: Menschen mit psychischen Erkrankungen brauchen eine verlässliche und gut ausgebaute Versorgung. Finanzieller Druck auf psychotherapeutische Praxen verhindert dies.

In der Debatte im Plenum wurde deutlich: Alle demokratischen Fraktionen erkennen den Ernst der Lage an. Es bestand breite Einigkeit darüber, dass psychotherapeutische Versorgung gestärkt werden muss und die Kürzung der Vergütung das falsche Signal ist.

Unser Antrag benennt die Probleme klar und macht konkrete Vorschläge: Die Landesregierung soll sich beim Bund dafür einsetzen, dass ambulante Psychotherapie und die Weiterbildung von Psychotherapeut*innen dauerhaft ausreichend finanziert werden. Außerdem braucht es dringend eine neue Bedarfsplanung. Bis heute basiert diese teilweise noch auf Zahlen aus den 1990er-Jahren. Das führt dazu, dass Regionen offiziell als „überversorgt“ gelten, obwohl Menschen dort monatelang auf einen Therapieplatz warten.

Zwar erkennen CDU und SPD in ihrem Gegenantrag die Probleme grundsätzlich an, bleiben aber zu unkonkret. Statt klare Forderungen an den Bund zu stellen, verweist die Landesregierung vor allem auf bestehende Gesprächsrunden und einzelne Projekte. Das reicht aus unserer Sicht nicht aus. Wenn die finanzielle Grundlage ambulanter Therapien geschwächt wird, helfen einzelne Koordinierungsstellen allein nicht weiter. Wir brauchen eine Gesundheitspolitik, die Menschen in psychischen Krisen wirksam unterstützt und die Versorgung langfristig stärkt.

Wer mentale Gesundheit ernst nimmt, darf Betroffene und Fachkräfte nicht alleinlassen. Frühzeitige Hilfe verhindert persönliches Leid, lange Krankheitsverläufe und hohe soziale Folgekosten. Deshalb muss die Landesregierung jetzt handeln, anstatt den Mangel weiter nur zu verwalten.


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