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Vielfalt und Teilhabe von LSBTI stärken

Nachlese unseres Fachgesprächs Queerpolitik in Hessen am 10.10.2014

Unter dem Titel „Queerpolitik in Hessen – Quo vadis?“ hat die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und insbesondere ihr lesben- und schwulenpolitischer Sprecher Kai Klose im Oktober zu einem Fachgespräch in den Landtag eingeladen. Neben den Fachleuten auf dem Podium haben viele Expertinnen und Experten sowie weitere Interessierte als Gäste teilgenommen und sich über die hessische Queerpolitik ausgetauscht. Die Teilnehmenden hatten im Gespräch auch die Gelegenheit, eigene Anregungen, Erwartungen und Wünsche an DIE GRÜNEN als Teil der Landesregierung zu formulieren.

Begrüßung durch Martina Feldmayer (Fraktionsvorstand)

Begrüßung durch Martina Feldmayer (Fraktionsvorstand)

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für eine Politik der Vielfalt, Gleichstellung, Teilhabe und des Respekts. Um Ausgrenzung, Diskriminierung, Homo- und Transphobie Einhalt zu gebieten, rücken jetzt, nach der vollständigen Anpassung des Landesrechts an das Lebenspartnerschaftsgesetz, gesellschaftspolitische Maßnahmen in den Vordergrund.

Jo Dreiseitel, Staatssekretär und Bevollmächtigter der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, und Kai Klose (von rechts nach links)

Jo Dreiseitel, Staatssekretär und Bevollmächtigter der Landesregierung für Integration und Antidiskriminierung, und Kai Klose (von rechts nach links)

Zu Beginn stellte der Bevollmächtigte des Landes für Integration und Antidiskriminierung, Jo Dreiseitel (GRÜNE), die Vorhaben der Landesregierung im Bereich Queerpolitik, Vielfalt und Antidiskriminierung vor. Unter Grüner Regierungsbeteiligung ist Hessen bereits in den ersten 100 Tagen der „Koalition gegen Diskriminierung“ beigetreten. Die vereinbarte Antidiskriminierungsstelle des Landes wurde eingerichtet und wird bald ihre Arbeit aufnehmen. Als Anlaufstelle für jede Art der Diskriminierung wird sie unbürokratische und schnelle Hilfe für betroffene Personen gewährleisten.

Um Diskriminierung und Rassismus entschieden entgegenzutreten, werden wir eine Antidiskriminierungsstrategie entwickeln und zusammen mit den Selbstvertretungsorganisationen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen einen „Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt“ erarbeiten. Dazu gehört insbesondere eine bessere Begleitung von jungen Menschen in der schwierigen Phase des „Coming Out“ und die stärkere Sensibilisierung für das Thema in Schulen auf Basis der bereits vorhandenen SchLAu-Projekte.

In zwei thematischen Runden haben sich die Expertinnen und Experten auf dem Podium und im Publikum ausgetauscht und diskutiert. In der ersten Diskussionsrunde ging es um den Umgang mit Homo- und Trans*feindlichkeit an Schulen. Es wurde festgestellt, dass die Situation für LSBTI-Jugendliche an Schulen oft sehr schwierig ist und durch den Besuch von Klassen durch die SchLAu-TrainerInnen und einen persönlichen Austausch mit LSBTI Vorurteile abgebaut werden können. Dass lesbische und schwule Jugendliche häufig sehr unter ihrer Situation leiden, zeigt eine wesentlich höhere Suizidrate als im Durchschnitt der jungen Bevölkerung. Wir wollen, dass junge Menschen diskriminierungsfrei aufwachsen und wertgeschätzt werden und nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert werden.

Podium I mit Martin Böhm (AG LesBiSchwule Lehrer_innen in Hessen (GEW)), Nicole Peinz (SchLAu Frankfurt), Klaus Stehling (Aidshilfe Hessen, Moderation), Fevzije Zeneli (Landesschülervetretung Hessen), Dennis Grieser (Bürgermeister und Dezernent für Soziales und Schule der Stadt Rüsselsheim), Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences) (von links nach rechts)

Podium I mit Martin Böhm (AG LesBiSchwule Lehrer_innen in Hessen (GEW)), Nicole Peinz (SchLAu Frankfurt), Klaus Stehling (Aidshilfe Hessen, Moderation), Fevzije Zeneli (Landesschülervetretung Hessen), Dennis Grieser (Bürgermeister und Dezernent für Soziales und Schule der Stadt Rüsselsheim), Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences) (von links nach rechts)

Das zweite Podium befasste sich mit dem Thema Mehrfachdiskriminierungen, denen Personen zusätzlich zu ihrer sexuellen Identität beispielsweise in Bezug auf Alter, Behinderung, Geschlecht, Herkunft oder Religion ausgesetzt sind. In den Schilderungen verschiedener Fälle von Mehrfachdiskriminierungen wurden einige der vielen unterschiedlichen Dimensionen und Ebenen in diesem Bereich deutlich. Bei aller Unterschiedlichkeit steht aber fest, dass der Kern individueller Probleme auch hier immer wieder in fehlendem gegenseitigem Respekt und Verständnis liegt. So ist es Aufgabe der gesamten Gesellschaft eigene Vorurteile abzubauen undGlaubenssätze zu hinterfragen, um das jeweilige Gegenüber als Persönlichkeit zu akzeptieren und wertzuschätzen. Zu den Aufgaben von Politik gehört es, dafür geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, gesellschaftliche (Denk-)Prozesse voranzubringen und zivilgesellschaftliche Arbeit zu fördern.

Podium II mit Martin Feuerstein (qub - queer und behindert), Ioannis Karathanasis (QueerNet Hessen e.V.), Dr. Constance Ohms (QueerNet Hessen e.V., Moderation), Kai Klose (lesben- und schwulenpolitischer Sprecher, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Jouanna Hassoun (MILES – Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule, LSVD Berlin) (von links nach rechts)

Podium II mit Martin Feuerstein (qub – queer und behindert), Ioannis Karathanasis (QueerNet Hessen e.V.), Dr. Constance Ohms (QueerNet Hessen e.V., Moderation), Kai Klose (lesben- und schwulenpolitischer Sprecher, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Jouanna Hassoun (MILES – Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule, LSVD Berlin) (von links nach rechts)

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