Die Familie des 21. Jahrhunderts ist vor allem eins: unterschiedlich. Die Vorstellung davon, was Familie ist, welche Lebensformen und Lebensentwürfe darunter gefasst werden, hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Heutige Familienmodelle lassen sich nicht mehr starr an verwandtschaftlichen Beziehungen oder an der Institution Ehe ausrichten. Unsere Konsequenz daraus: Wir wollen eine Familienpolitik, die alle Familien – unabhängig der Familienform, würdigt und unterstützt.
Eine gute Familienpolitik nimmt den Bedarf, die Bedürfnisse und die Rechte aller Familienmitglieder ernst. Das heißt: Ein gutes Bildungssystem und Schutz vor Kinderarmut gehören ebenso dazu wie die Unterstützung der Eltern, beispielsweise durch die Schaffung flexibler Arbeitsmodelle und die flächendeckende Einrichtung von Pflegestützpunkten für pflegebedürftige Familienmitglieder.
Wir wollen unsere Regierungsbeteiligung unter anderem dazu nutzen, die Kinderrechte zu stärken und mit Kindern- und Jugendlichen eine „Hessische Kindercharta“ zu entwickeln. In der Kinderbetreuung werden wir den bedarfsgerechten Ausbau des Bildungs- und Betreuungsangebots und die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Betreuung für Kinder unter drei Jahren sicherstellen. Wir werden einen „Runden Tisch Kinderbetreuung“ einberufen um gemeinsam mit den Verbänden und Trägern das Kinderförderungsgesetz zu evaluieren und die weitere Entwicklung zu beraten.
Wir wollen weiter daran arbeiten, dass Frauen und Männer auf allen Ebenen gleiche Verwirklichungschancen erhalten. Dazu werden wir das Hessische Gleichberechtigungsgesetz novellieren, sodass der öffentliche Dienst eine Vorbildunktion für die Geschlechtergerechtigkeit einnehmen kann. Durch ein Mentoringprogramm wollen wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen des Landes erhöhen.
Wir wollen die Gleichstellung aller Menschen in Hessen ungeachtet ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität verwirklichen. Dazu wollen wir zusammen mit den Selbstvertretungsorganisationen der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen einen „Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt“ erarbeiten, der insbesondere eine bessere Begleitung von jungen Menschen in der immer noch oftmals schwierigen Phase des Coming Out sicherstellen soll.