Erst vor wenigen Wochen haben CDU und SPD einen Haushalt beschlossen, der massiv bei der Bildung unserer Schülerinnen und Schüler und unseren Hochschulen kürzt. Nur drei Tage später dann der Paukenschlag: Hessen bekommt ein neues Corporate Design. Boris Rhein und Kaweh Mansoori holen das ganz große Besteck heraus. Das ‚Design-Kabinett‘ tagt und dazu wird noch eine Modenschau aus dem Boden gestampft, auf der Models Sweatshirts und Jogginghosen mit dem Hessen-Schriftzug tragen.
Das neue Logo hat die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bis jetzt rund 800.000 Euro gekostet. Leider ist das Logo mit der Renaissance des Löwen von 1919 noch nicht einmal gut. Menschen aus Nordhessen fühlen sich ausgeschlossen. Trotzdem müssen jetzt sämtliche Websites, Autobahnschilder, Briefköpfe und Visitenkarten ausgetauscht werden, obwohl das Hoheitszeichen auf der Flagge bleibt. Die Landesregierung hat also dem Wappen, das uns alle eint, ein doch sehr unterschiedliches Logo danebengestellt – ohne Not und für sehr viel Geld.
Wie hat der Chef der Staatskanzlei, Benedikt Kuhn, selbst gesagt: Das neue Corporate Design sei ein Schwerpunkt dieser Landesregierung. Eine Landesregierung, die das Selbstdesign zum Schwerpunkt ihrer Politik erklärt, das ist eitel und abgehoben. Mehr Design als Sein, mehr Schein als Substanz – nach diesem traurigen Motto setzt die Landesregierung ihre Prioritäten, während die Menschen in Hessen bezahlbare Wohnungen, gute Bildung, verlässliche Mobilität und Lebensqualität vor Ort wollen. Diese Landesregierung muss sich endlich um die echten Probleme der Menschen in unserem Land kümmern, anstatt ihren Außenauftritt zu priorisieren.