Wald, GrünWirkt, C00, Unsplash

Inhalt

Wald wirksam geschützt

Hessen ist fast zur Hälfte von Wald bedeckt und damit das waldreichste Bundesland. Wald ist für uns GRÜNE keine Holzplantage, sondern Lebensraum für Tiere und Pflanzen und Erholungsraum für Menschen. Er ist wichtig für Natur-, Landschafts- und Klimaschutz. In dicht besiedelten Regionen mit vielen Emissionen brauchen wir ihn besonders. Deshalb wollen wir pfleglich mit ihm umgehen, stellen den Staatswald auf die höchste zertifizierte ökologische Bewirtschaftung um und schützen besonders wichtige Wälder zusätzlich.

 

Hälfte des hessischen Staatswaldes nach FSC-Standard zertifiziert

Unsere Politik zielt auf die Verbesserung der Biodiversität und auf die Entwicklung einer naturgemäßen und nachhaltigen Waldwirtschaft. Die Zertifizierung nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) unterstützt diese Ziele, denn diese bringt ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange zusammen. Deshalb wird die Bewirtschaftung des Staatswaldes schrittweise nach FSC-Kriterien umgestellt.

Mittlerweile ist bereits die Hälfte der 41 hessischen Forstämter im Staatswald FSC zertifiziert. Schließlich ist das Land der größte Waldbesitzer in Hessen, ihm gehören 40 Prozent der gesamten Waldfläche. Daher ist es wichtig, dass die staatlichen Forstämter bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder vorangehen. Bis 2015 wurden die ersten Forstämter mit einer Gesamtfläche 55.000 Hektar nach FSC zertifiziert. Im Frühjahr 2016 kamen weitere Forstämter mit 85.000 Hektar dazu. Das ergibt eine Gesamtfläche von 140.000 Hektar nach FSC zertifizierten Staatswald. Diese bisher zertifizierten Forstämter sind: Burgwald, Hanau-Wolfgang, Herborn, Langen, Nidda, Schlüchtern, Weilburg, Weilmünster und Wettenberg, Dieburg, Bad Schwalbach, Darmstadt, Fulda, Hofbieber, Jesberg, Kirchhain, Lampertheim, Vöhl, Jossgrund, Königstein und Wolfhagen.

Der FSC-Standard schließt unter anderem den Einsatz künstlicher Pflanzenschutzmittel aus, gibt einheimischen Bäumen den Vorrang und schreibt eine bleifreie Jagd vor. Außerdem muss ein Anteil von fünf Prozent der Fläche permanent aus der Bewirtschaftung genommen werden, um sich natürlich entwickeln zu können. Auch soziale Aspekte wie die tarifliche Entlohnung, Unfall- und Gesundheitsschutz bilden die Grundlage für eine faire Beschäftigung der Waldarbeiter. Diese Vorgaben sorgen auch dafür, dass FSC-Produkte verstärkt nachgefragt werden.

 

Schutzstatus des Bannwaldes gestärkt

Besonders erhaltenswerter Wald wird in Hessen als „Bannwald“ geschützt. Bisher ließ sich der Schutz aber aushebeln, wenn etwa Unternehmer „überwiegende Gründe des Gemeinwohls“ für einen Eingriff geltend machten. Um das zu verhindern, haben wir das Gesetz geändert. In den Bannwald darf nur noch eingegriffen werden, wenn beispielsweise Menschenleben gefährdet sind oder wenn es um Vorhaben von überregionaler Bedeutung geht. Außerdem müssen die Öffentlichkeit, Kommunen, Waldbesitzer und Naturschutzverbände an der Entscheidung beteiligt werden.

Wenn ein Eingriff trotzdem unausweichlich wird, gelten jetzt viel strengere Regeln für den Ausgleich. Schon bisher musste, wenn Bannwald gerodet wurde, die gleiche Fläche andernorts aufgeforstet werden. Nun muss zusätzlich die gleiche Fläche bestehenden Waldes an anderer, möglichst ortsnaher Stelle, als Bannwald neu ausgewiesen werden. Das heißt: Für jeden Quadratmeter Bannwald, der verschwindet, wird andernorts nicht nur neuer Wald gepflanzt, sondern die Bannwaldfläche bleibt in mindestens dem gleichem Umfang erhalten. Einen Bannwaldschutz dieser Qualität gab es in Hessen noch nie.

 

Waldinventur und Waldzustand

Die dritte Bundeswaldinventur hat gezeigt, dass der Zustand der Wälder in Hessen sich verbessert. Seltene Baumarten sind wieder häufiger, die Waldfläche ist sogar etwas gewachsen. Auch der Waldzustandsbericht kommt zu überwiegend positiven Ergebnissen. Allerdings gibt es Probleme bei älteren Buchen sowie mit zu trockenen Böden in den südhessischen Wäldern. Deshalb ist es besonders wichtig, die unter GRÜNER Regierungsbeteiligung begonnenen Schritte weiter zu gehen: Ausweisung weiterer naturbelassener Kernflächen, die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes und die strengere Bannwaldregelung.

 

Artenreichtum durch Kernflächen Naturschutz

Die nationale Biodiversitätsstrategie sieht vor, dass insgesamt fünf Prozent der Waldfläche sich natürlich entwickeln können soll.

Wir haben in Hessen beschlossen, das Fünf-Prozent-Ziel zu erreichen, indem wir im Hessischen Staatswald acht Prozent als Kernflächen ausweisen, das heißt, dass er nicht mehr wirtschaftlich genutzt wird. Das ist gut für Wildtiere und Pflanzen. Zu den bisherigen, in der 1. Phase bis zum Jahr 2012 ausgewiesenen 19.647 Hektar hat das Land nun weitere 5.950 Hektar aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen. Mit diesen „Kernflächen Naturschutz“ im Staatswald mit insgesamt 25.512 Hektar setzt unsere GRÜNE Umweltministerin Priska Hinz eine wichtige Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um.

Die Kernflächen bieten wertvollen Lebensraum für zahlreiche oft auch seltene Pflanzen- und Tierarten und unterstützen die Entwicklung von wertvollen Baumbeständen wie beispielsweise Buchenwäldern. Sie werden sich selbst überlassen: so wird beispielsweise Altholz nicht entfernt und womit wertvolle Lebensräume für Raufußkäuzchen oder Fledermäuse entstehen.

Neben dem Nationalpark Kellerwald-Edersee gibt es mit der Neuausweisung eine weitere große Kernfläche im Forstamt Rüdesheim. Sie umfasst mehr als 1.000 Hektar zusammenhängender Waldfläche. Alle Kernflächen sind selbstverständlich weiterhin für alle Wanderer und Waldspaziergänger begehbar, die größeren Flächen sind durch Informationstafeln gekennzeichnet.

Um die fehlenden Einnahmen aus dem Holzverkauf auszugleichen, stellt das Land 1,3 Millionen Euro pro Jahr für Hessen Forst bereit. Diese finanzielle Unterstützung nimmt den wirtschaftlichen Druck von den Forstämtern. Und sie sind gut eingesetzt, denn sie sind ein Beitrag für den Erhalt unserer Wälder und sorgen damit auch für mehr Klimaschutz.

Daran arbeiten wir: FSC-Zertifizierung im gesamten Hessischen Staatswald

Der Wald erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen für die Menschen und die Natur. Er wirkt als Staubfilter gegen Luftverunreinigungen, speichert Wasser und bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Außerdem ist er Erholungsraum für die Bevölkerung. All dies gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Die FSC-Zertifizierung unterstützt diese Ziele – daher sieht der Koalitionsvertrag von CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine schrittweise FSC-Zertifizierung des gesamten Hessischen Staatswaldes vor. Das wollen wir GRÜNE erreichen, denn unsere Waldpolitik zielt auf die Verbesserung der Biodiversität und auf die Entwicklung einer naturgemäßen und nachhaltigen Waldwirtschaft.

Zurück zur Übersicht


Weitere Informationen

Kanal Grüne Hessen auf youtubeGRÜN wirkt. Hessen wird grüner und gerechter.Informiert bleiben. Newsletter der Landtagsfraktion.