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11.06.2004
Landesmitgliederversammlung

Flughafen Frankfurt – Umdenken ist überfällig

Bündnis 90/DIE GRÜNEN Hessen setzen sich für eine verträgliche Entwicklung des Flughafens Frankfurt ein, die die Bedürfnisse der Anlieger ebenso respektiert wie den Schutz der Umwelt im ohnedies stark belasteten Rhein-Main Gebiet. Demgemäß fordern wir eine Begrenzung des Flughafens auf das bestehende Areal und zur Kapazitätsentlastung die Kooperation mit anderen bestehenden Flughäfen. Wir fordern weiterhin nachdrücklich, dass von den Ausbauplanungen insgesamt Abschied genommen wird; eine weitere Bahn, egal in welcher Variante, trifft auf unseren entschiedenen Widerstand.
Innerhalb des Areals unterstützen wir technische Weiterentwicklungen, die der Verbesserung des Schutzes vor Lärm und Emissionen dienen; auch Modernisierungen und bauliche Veränderungen sind für uns akzeptabel, soweit sie zu keinen zusätzlichen Belastungen führen.

Fraport plant in die Sackgasse
Nicht nur die Gesamtausbauplanung, auch das Verfahren zur Errichtung einer Wartungshalle für Großraumflugzeuge am Flughafen Frankfurt (A 380-Werft) ist vom Antragsteller Fraport in eine Sackgasse manövriert worden. Selbst die jetzt vorgelegten geänderten Antragunterlagen zeigen deutlich auf, dass sich der bisher beplante Standort für die Werft aus Gründen des Naturschutzes verbietet.
Die Bereitstellung der erforderlichen Wartungskapazitäten auch für den in Entwicklung befindlichen Großraumjet A 380 ist ein wichtiges Vorhaben zur Sicherstellung der technischen Aktualität des Flughafens Frankfurt. Dabei verlangen insbesondere die terminlichen Restriktionen eine widerspruchfreie Standortwahl, die auch den Belangen des Naturschutzes Rechnung trägt. Wenn weiterhin an der falschen Standortentscheidung festgehalten wird, ist das Scheitern des Projekts spätestens vor Gericht vorprogrammiert. Dann werden es die Ausbaufetischisten aufgrund ihrer Ignoranz zu verantworten haben, dass der Flughafen an Qualität verliert.

Umdenken schafft Planungssicherheit
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Hessen fordern, dass unverzüglich das Projekt so umgeplant wird, dass eine zeitgerechte Realisierung nicht gefährdet ist. Dazu ist die Dimension der geplanten Halle kritisch zu überprüfen und einer der Standorte innerhalb des derzeitigen Areals, die von Fraport selbst als möglich bewertet wurden, auszuwählen und zu beplanen. Langwierige Genehmigungsverfahren erübrigen sich auf diese Weise, da innerhalb der planerisch ausgewiesenen Flughafenbetriebsfläche selbstverständlich Wartungsanlagen errichtet werden können. Auf diese Weise kann ein Eingriff in den Bannwald ebenso vermieden werden wie die Beschädigung des Fledermaushabitats.