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Foto von Bettina Hoffmann
30. Juni 2013

Hochwasser – jetzt der Verantwortung stellen

Bettina Hoffmann, Frauenpolitische Sprecherin und Beisitzerin im Landesvorstand

Das Wasser der katastrophalen Hochwasserwellen, die durch Deutschland schwappten, hat sich noch nicht vollständig aus den Auen zurück gezogen. Die immensen Schäden werden mehr und mehr sichtbar. Seit langem ist die Politik gefordert, derartige Hochwasserereignisse zu verhindern, zumal die Ursachen hinreichend bekannt sind. Es ist anerkanntes Wissen, dass es der Klimawandel ist, der vermehrt zu Extremwetterlagen führt. Ein weiteres menschliches Versagen rächt sich. Wurden doch in den letzten Jahrzehnten und bis heute riesige Flächen versiegelt, die Gewässer kanalisiert und Auen bebaut. Das statistische „Hundertjährige Hochwasser“ ist infolge der Kombination von Klimawandel und Versiegelung zum unkalkulierbarem Ereignis geworden, gegen das die Deiche der Flüsse und technische Bauten nichts ausrichten können. Seit den letzten Hochwasserkatastrophen ist nicht viel passiert. Stattdessen wurden Emissionszertifikate verbilligt, eine industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung zementiert, Kohlekraftwerke gesichert und Klimagipfel zum Scheitern gebracht. Die Blockierer des Klimaschutzes zeigen sich nun in Wahlkampfzeiten gerne als Retter. Ein Hilfsfonds für Hochwasseropfer im Umfang von acht Milliarden Euro ist auf den Weg gebracht, das keiner in Anbetracht des Leids der Opfer ablehnen wollte und konnte.  Das bezeichnende an dieser Milliardenhilfe ist, dass sie auf Pump finanziert ist. Unsere Kinder werden also nicht nur mit den Folgen eines ungebremsten Klimawandels leben müssen, sondern auch noch für die Folgen in der Vergangenheit finanziell aufkommen müssen. Prioritäres Ziel muss es jetzt sein, dass derartige Katastrophen zukünftig unterbleiben. Daher sind sofort geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen. Versiegelungen im gesamten Einzugsbereich der Gewässer und die Bebauung von Auen müssen gestoppt, Quellverrohrungen entfernt und Fließgewässer renaturiert werden. Überflutungsflächen müssen den Gewässern zurück gegeben werden. Damit die Akzeptanz für derartige Maßnahmen auch von Dauer sein wird, müssen Ökosystemdienstleistungen im Sinne der Zielsetzungen der EU-Biodiversitätsstrategie erfasst und bewertet werden. Nur eine ökonomische Bewertung  der Ökosystemleistungen von Auen gewährleistet, dass Kosten konkret erfasst werden, die aufgrund verringerter Hochwasserschäden eingespart werden können. Damit es beim immerhin schon 2. „Hundertjährigen Hochwasser“ bleibt und die Natur nicht noch einen drauf legt, müssen wir die Anstrengungen für den Klimaschutz ganz nach vorne stellen. Wir Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen haben gerade entschieden, die Energiewende als prioritäres Projekt bundesweit voranzubringen. Wir haben verstanden. Denn nur ein Paradigmenwechsel kann zukünftig Schlimmeres verhindern.

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  1. magdeburger sagt:

    leider hat es uns in magdeburg auch wieder häftig erwischt, auch der stadtteil in dem ich wohne. ich würde mir von der politik nun endlich maßnahmen wünschen die so etwas nicht mehr passieren lassen. ich denke wir haben aus zwei hochwassern gelernt. beste grüße aus magdeburg

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