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Foto von Ursula Hammann
7. März 2013

Alles war die Katz!?

Ursula Hammann, MdL - Vizepräsidentin des Hessischen Landtages - Sprecherin für Natur- und Tierschutz

KatzeSuper, endlich einen Schuldigen gefunden. Der Bericht „Killer mit Kulleraugen“ in der Spiegel Ausgabe 6/2013 belegt endlich, wer der wahre Killer der Vögel auf Neuseeland war. Und wenn die Katz es in Neuseeland war, dann muss es die Katz es auch in Deutschland sein. Ist doch logisch.

Oder etwa nicht?

Es wäre ja so einfach, wenn es nicht doch noch ein paar andere Einflüsse  auf die Tierwelt geben würde. Vergessen wurde vom Autor des Berichtes, die massiven Einflüsse durch die Vernichtung der Lebensräume, Wald wurde zu Weideland für die Schafe, vergessen wurden die eingeschleppten Raubtiere wie Füchse, Wiesel, Hermeline. Nicht zu vergessen die europäische Wespenart, die die Nahrungsgrundlage des Kaka Papageis reduzierte. Vergessen wurde auch die Bejagung durch den Mensch. Und vergessen wurde auch, dass der bedauerte Weka Vogel sehr gerne die Eier und Küken anderer bedrohter Tierarten frisst, gerade auch die vom Autor bedauerten Kokako.

Nein, so einfach ist eben nicht. In Deutschland sind ebenfalls viele Faktoren für Bestandsentwicklungen vorhanden. Dazu zählt die Zerstörung von Lebensräumen, Versiegelung, Heckenrodungen, Verkehr, Pflanzengifte aus der Landwirtschaft, Krankheiten (Usutu Virus) und die Bedrohung durch natürliche Feinde, wie Greifvögel oder bei Bodenbrüter auch der Igel.

Ich will ja gar nicht leugnen, dass auch die Katze einen Einfluss hat, doch wie hoch der Anteil im Vergleich zu den anderen Faktoren ist, lässt sich eben nicht quantifizieren. Auf so einer Grundlage „Feuer frei auf Haustiere“ zu legitimieren, passt nicht in unser Rechtssystem. Im Zweifelsfall daher Freiheit für den Angeklagten!

Doch ein anderes Problem könnte mit einem regulierenden Eingriff auf die Bestandsentwicklung von Katzen erledigt werden. Die Tierheime sind voll von Katzen, denn unkastrierte Freigänger sorgen ständig für Nachwuchs. Hier plädiere ich für ein Handeln in den Kommunen. Das Modell der Stadt Paderborn, zur Kastrationspflicht  für Freigänger ist vorbildlich. Dies eingeführt, würde schnell dazu führen, dass die Tierheime entlastet werden.

Wenn Kommunen so handeln, war der Artikel im Spiegel am Ende doch nicht für die Katz!

2

  1. Till Haupt sagt:

    Sehr schöner Auftakt Ursula. Herzlich Willkommen unter den Bloggern der Fraktion.

  2. Monika von der Brüggen sagt:

    Ursula, so viel schafft auch die Katz nicht! Es müsste jedem logisch sein, es gibt mehr Faktoren hierfür. Da hat es sich wirklich Jemand sehr einfach gemacht.

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