GRÜN wirkt: Hessen wird grüner und gerechter.
GRÜNE HessenBlogBlogbeitrag vom 28. Januar 2013
Foto von Daniel Mack
28. Januar 2013

Facebook ist nicht kostenlos

Daniel Mack, MdL, Sprecher für Netzpolitik und Sport

„Facebook ist und bleibt kostenlos.“
Facebook über sich

„Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen“, so wirbt das Unternehmen auf seiner Startseite. Klar, der Wert von Facebook erhöht sich für mich, wenn meine Freunde das Netzwerk ebenfalls nutzen. Je mehr meiner Freunde, Bekannten oder Kollegen bereits Mitglied bei Facebook sind, umso interessanter ist es, auch diesem Netzwerk beizutreten. Vorname, Nachname, Email-Adresse. Manfred Mustermann ist Mitglied.

Datenkrake

Für Facebook haben Manfreds hinterlegten Daten ab sofort einen Wert (36 Cent). Der Social-Media-Konzern fragt gleich weiter: Durch die Angabe des Geschlechts (Manfred ist jetzt 35 Cent wert) und des Geburtsdatums (Manfred ist 28 Jahre alt und damit 49 Cent wert) wurden seinem Profil weitere Details hinzugefügt, die seine Freunde nicht überraschen, für Facebook aber wichtig sein werden. Denn so ist es überhaupt erst möglich ihn bestimmten Zielgruppen zuzuordnen.

Apropos Freunde, Suchen muss er sie natürlich nicht. Facebook präsentiert ihm Mitglieder, die mit ihm in Kontakt stehen könnten. Und Bilder dieser Personen noch dazu. 15 der 20 Personen erkennt er sofort.

Wie kommt Facebook an Daten von Nichtmitgliedern? Von Mitgliedern, die bedenkenlos den sogenannten Freunde-Finder nutzen, ihre Email-Konten öffnen und Facebook darin nach Adressen suchen lassen. Dafür geben sie sogar ihre Email-Passwörter preis. „Viele deiner Freunde sind schon hier“, wirbt Facebook bei Einrichtung meiner Mitgliedschaft. „Das Durchsuchen deines Email-Kontos ist der schnellste Weg, um deine Freunde auf Facebook zu finden.“ Facebook greift dabei alle verfügbaren Email-Adressen ab, auch solche von Nichtmitgliedern. Weder darauf noch auf Missbrauchsmöglichkeiten wird Manfred als Neumitglied an dieser Stelle hingewiesen. Und die unbeteiligten Dritten, deren Daten gerade gespeichert werden, können sich dagegen nicht wehren. Sie wissen nichts davon. Der Social-Media-Konzern ist ein Datenkrake.

Geschäftsmodell

Facebook kostet keinen Euro. Facebook bezieht seine Einnahmen zu 100 % aus Werbung. Grundlage des „kostenlosen“ Geschäftsmodells sind die von den Nutzern angegebenen Daten. Diese Daten dienen insbesondere als Grundlage für die Definition von Zielgruppen für Werbetreibende. Facebook erachtet es somit als Vorteil, so viele Daten wie möglich über seine Nutzer zu sammeln. Nutzer geben ihre Daten preis – und bekommen dafür attraktive Internetangebote. Das ist der Deal, den Facebook-Nutzer eingehen. Der Wert des Internetunternehmens steht und fällt mit den Daten, die es von seinen Nutzern hat.

Personalisierte Werbung

Die wichtigste Erlösquelle für Facebook ist der Verkauf von Werbeflächen, die meistbietend versteigert werden. Die Preise pro Anzeige in bestimmten Marktsegmenten variieren und hängen stark von der zu bestimmenden Zielgruppe ab. Die werbenden Unternehmen zahlen entweder in Abhängigkeit der Anzahl der Klicks oder je nachdem, wie vielen Nutzern ihre Werbung angezeigt wird.

Manfred richtet das Profil weiter ein, lädt ein Profilfoto hoch. Facebook will aber mehr von ihm wissen. Als Single würde sein Wert auf 52 Cent steigen, da er in einer Beziehung lebt sinkt er auf 47 Cent. Hat Manfred Kinder? Sein Wert steigt nicht auf 56 Cent, da er keine hat. Sein Wert steigt auf 54 Cent an, da er an Männern interessiert ist und steigt durch sein Studium weiter auf 76 Cent. Manfred betreibt Outdoor-Sport (97 Cent), ist an Nachrichten (88 Cent) interessiert, nutzt Apple-(89 Cent, bei Android-Geräten 87 Cent) und Schönheitsprodukte (92 Cent).

92 Cent ist der potentielle Werbewert von Manfred Mustermann. Konkret bedeutet das, dass ein Unternehmen diesen Betrag an Facebook für einen Klick von Manfred auf die Werbeanzeige zahlt, wenn es auf die oben erwähnten Merkmale festlegt.

Ein anderes Beispiel, das auch den Werbewert von Manfred betrifft. Die Partei XYZ möchte ihre Wahlkampfseite www.xyz.de ganz gezielt bei Jungwählern (18 bis 29 Jahre) aus dem Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt + 40 Kilometer Umland) auf Facebook mit einer Werbeanzeige bewerben. Ergebnis: Die errechte Zielgruppe beträgt 206.720 Personen, ein Klick auf die Anzeige kostet 39 Cent.

Da die Werbeflächen meistbietend versteigert werden, die Preise folglich varieren, wurde in allen Beispielen der von Facebook errechnete Mindestpreis benutzt.

Eine weitere Einnahmquelle sind Apps, die auf Facebook angeboten werden. Die Aufteilung der Einnahmen zwischen App-Anbietern und Facebook liegt zurzeit – ebenso wie beim Appstore von Apple – bei 70 : 30. Manfreds Facebook-Profil ist deshalb so eingestellt, dass Apps alle Informationen über seine Freunde erfassen können. Das bedeutet, dass eine App, Manfreds explizit als „privat“ deklarierten Daten, seine Mailadresse, sein Geburtsdatum, seinen Standort und die Status-Meldungen erfassen kann, wenn einer seiner Freunde eine App zulässt.

Apps sind große, weit offenstehende Tore, die ihre Entwickler mit dem kostbarsten Rohstoff der digitalen Wirtschaft beliefern: mit persönlichen Daten.

Gesetz zum Schutz der Privatsphäre im Internet

Ich fordere ein Gesetz, das einen umfassenden Schutz der Privatsphäre garantiert und dafür sorgt, dass Bürgerinnen und Bürger besser darüber informiert werden, welche Daten über sie gesammelt werden. Ebenso muss den Nutzern sozialer Netzwerke mehr Kontrolle darüber eingeräumt werden, wie die Informationen verwendet werden.

Für Facebook bedeutet das, dass von den Nutzern jede Datenkategorie für Werbung oder App-Zugriff explizit freigegeben werden muss. Zudem muss Facebook die Zustimmung der Freunde eines Nutzers einholen, bevor einer App der Zugang zu deren Daten gewährt wird.

Nur eine verständliche Datenschutzerklärung kann Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzen, souverän entscheiden zu können. Persönliche Daten dürfen nur nach ausdrücklicher Zustimmung im Einzelfall gespeichert, verwendet oder weiter gegeben werden.

Weiterlesen?

Hier geht’s zum Konzept DIGITALES HESSEN – Netzpolitik ist Zukunftspolitik!

31

  1. Sebastian sagt:

    Chapeau. Einfach und verständlich dargestellt. Danke dafür!

    • ella sagt:

      Naja man kann auch alles schlecht reden. Warum erwähnen Sie nicht die positiven Seiten von Facebook? Ihre Grafik zeigt das sehr schön: Facebook verbindet Menschen, vernetzt die Welt. Wie ein Grüner Netzpolitiker das schlechtreden kann, verstehe wer will…

  2. Benjamin Götz sagt:

    Hallo Herr Mack,

    ihren Beitrag finde ich sehr gut. Sie legen ausführlich offen wie Facebook arbeitet und Milliarden verdient. Warum sollte ich ihrer Meinung Facebook trotzdem nutzen? Sie nutzen Facebook schließlich auch.

    Beste Grüße
    Benjamin Götz

  3. Sebastian sagt:

    @Ella: Die positiven Seiten kann doch jeder selbst bestimmen. Warum soll Herr Mack Werbung machen?

  4. Nina sagt:

    Finde Daniels Netzpolitik klasse. Auch das Konzept der Fraktion gefällt mir. Hätte mir gewünscht, dass Du auch auf die neuen Funktionen eingehst und wie Du zu der Seiten-Funktion stehst. Du nutzt das ja schon, die Hessen-Grünen aber schon… ander LV’s sind da weiter, oder irre ich mich?

  5. Luis W sagt:

    Naja… da sind die Piraten aber weiter! Warum wirbt Mack nicht für Diaspora???

  6. Interessant, dass Manfred nach Angabe seines Geschlechts einen Cent weniger wert ist :)

    Ich frage mich gerade, worauf Sie mit Ihrem Artikel hinauswollen. Facebook verspricht seinen Mitgliedern: “Facebook ist und bleibt kostenlos.”. Und das ist meiner Meinung nach korrekt. Meldet Manfred sich bei Facebook an, kann er den Dienst kostenlos nutzen. Es flattert keine Rechnung in seinen Briefkasten, die er zu begleichen hat. Facebook ist für den User demnach kostenlos.

    Darüber hinaus hat der Wert eines Datensatzes mit den nicht aufkommenden Kosten für ein Facebookmitglied nicht viel zu tun. Die Kosten der Mitgliedschaft, nämlich keine, stehen auf der einen Seite des Blatts, der Wert eines Datensatzes auf der anderen.

    Hier sollte man sich lieber um Betreiber von Gewinnspielsystemen kümmern, die tatsächlich und ausschließlich das Ziel verfolgen, Daten zu verkaufen.

    Man könnte den Dienst sicherlich nicht kostenlos nutzen, wenn Facebook daraus selbst keinen (wirtschaftlichen) Nutzen ziehen könnte. Aber dem ist ja nicht so. Jedes größere Portal verkauft Werbeflächen, um kostendeckend oder gewinnbringend zu arbeiten. Willkommen im Internet.

    Also legen Sie doch bitte noch einmal detailliert dar, wo genau reale Kosten für den User anfallen?

  7. WetterauPirat sagt:

    Ach Mack gegen kostenlos. ;-)

  8. Jensen sagt:

    “Facebook kostet keinen Euro.” Das schreiben sie selbst. In der Überschrift wollen sie den Eindruck erwecken, es wird ein Betrag gezahlt? Welcher Betrag? Herr Mack, sie drehen sich im Kreis. Wenn ihre Antwort drauf ist, dass mit Daten gezahlt wird, dann: WILLKOMMEN IM INTERNET.

    Jeder zahlt im Internet. Und ja sie passen sehr gut zu ihrer Fraktion. Zu den Sozialpolitikern, zu den Innenpolitikern und zu den Bildungsleuten. Die wollen den Menschen vorschreiben, wie sie zu leben und was sie zu tun und zu lassen haben. Genau das wollen sie auch. Sie wollen den Leuten raten sich von Facebook abzumelden und ja? Wo sollen sie sich anmelden?

    Wie sieht die Alternative von Herrn Mack aus? Gibt es sie? Mir fällt keine Plattform ein. Das ist schlichter Populismus, der zeigt:

    IN HESSEN BRAUCHT ES STARKE PIRATEN IM LANDTAG!!

  9. Kreis sagt:

    Hallo Horowski und Jensen,
    Bitte nochmal in Ruhe lesen und nicht populistisch werden, ok? Erstens kostet FB kein Geld, aber Daten. Also ist es doch nicht kostenlos (auch wenn dem Geldbeutel nichts entnommen wird). Und zweitens fordert niemand, die Leute sollen FB verlassen. Aber: wenn FB Daten verwendet sollen die User darüber informiert werden und die Möglichkeit haben selbst zu entscheiden…

  10. Philip S. sagt:

    Das faszinierenste an diesem Artikel sind die Kommentare.

    Sebastian sagt:
    28. Januar 2013 um 17:41

    @Ella: Die positiven Seiten kann doch jeder selbst bestimmen. Warum soll Herr Mack Werbung machen?

    Ja warum? Warum aber nicht? Heißt es nicht auch in dieser Demokratie “Chancengleichheit” ? Damit: Subjektivität beim Verbreiten von Informationen um keine – ich übertreibe – manipulation der Massen zu verursachen?!

    Jensen sagt:
    28. Januar 2013 um 20:25
    “[...] Sie wollen den Leuten raten sich von Facebook abzumelden und ja? Wo sollen sie sich anmelden?[...]”
    Bedarf es denn Alternativen? Früher gab’s MeinVZ, MySpace, für Schüler SchülerVZ, StudiVZ für die ‘größeren’. Wie wäre es mit Briefen? Anrufen? Hingehen und reden, verabreden? Müssen immer Alternativen angeboten werden?
    Warum zeigen Sie als Pirat (Schlussfolgerung aufgrund d. letzten Satzes) keine Alternative auf? Nicht nur fordern!

    Hr. Mack legt einige Fakten gut dar. Gewisses bleibt im Verborgenen – das ist wiederum ein Thema für eine Doktorarbeit, oder nicht?

    ella sagt:
    28. Januar 2013 um 17:35
    “[...]Warum erwähnen Sie nicht die positiven Seiten von Facebook?[...]”
    Da wurde bereits gut gekontert: die sein jedem selbst überlassen herauszufinden.
    Die größte, nicht schön zu redende Gefahr bei FB sind die Nutzer selbst. Es ist – meines Erachtens – gefährlicher noch als ein Brief oder ein Paket, denn:
    Streiterein werden sofort vermittelt. Briefe geben Raum zum klimatisieren.

    MkG,

    Mitglied einer Feuerwehr aus dem Weserbergland.

  11. Arno sagt:

    Bevor sie hier weiter gegen Facebook hetzen empfehle ich Ihnen die Lektüre des Impressums ihrer Parteiseite und fragen Sie sich, wie sie die Daten verarbeiten und speichern. Sie sind nicht besser!

  12. Roger sagt:

    Wow, das sind ja völlig neue Fakten, die uns noch nicht einmal seit “StudiVZ” bekannt waren. Ich bin so schockiert, empört und betroffen.

  13. Dennis sagt:

    Ach Herr Mack, ihre Partei nutzt Facebook, schaltet Anzeigen und sie sind nun dagegen? Kehren Sie zuerst vor der Tür ihrer Partei!

  14. N. Weber sagt:

    Lieber Herr Mack,
    danke für ihren anschaulichen Beitrag, den nun wirklich jeder verstehen kann. Ihre beiden Beispiele bringen das Prinzip Facebook sehr gut auf den Punkt.

    Der Handel mit Daten wird ebenso zunehmen wie es vermehrt Geschäftsmodelle geben wird, die auf der neuen Währung Daten basieren.

    Für die Wirtschaft muss klar sein, in welchem Rahmen sie sich bewegen darf und die Politik muss diesen Rahmen formulieren und darf sich dabei nicht von Lobbygruppen leiten lassen. Hessen muss ein starkes Interesse haben daran mitzuwirken und die Vorstöße formulieren.

    Es freut mich, dass nun wenigstens die Grünen in Hessen zeitgemäße Netzpolitik machen und sich dabei an den Realitäten orientieren. Die Wirtschaft braucht auch auf Seiten der Politik Akteure, die von diesem Metier etwas verstehen und die notwendigen Veränderungen antreiben.

    Mit ihrem Konzept zur Netzpolitik ist ihnen ein großer Schritt gelungen, der in der Branche der Internetwirtschaft Beachtung findet.

    MfG

  15. A. Kolb sagt:

    Noch ein Artikel über Facebook ohne Hand und Fuß bei dem man nur den Kopf schütteln könnte. Was aber nicht empfehlenswert ist, denn hier fällt einem die Birne dann ab.

    “Die Aufteilung der Einnahmen zwischen App-Anbietern und Facebook liegt zurzeit – ebenso wie beim Appstore von Apple – bei 70 : 30. Manfreds Facebook-Profil ist deshalb so eingestellt, dass Apps alle Informationen über seine Freunde erfassen können.”

    Was hat das miteinander zu tun? Die Einnahmenquellen über Apps verläuft über die Facebook Credits (die überhaupt nich erwähnt werden) nicht über die Daten. Hier will man wohl bewusst den Eindruck erwecken, dass Facebook Daten verkaufen würde. Falsch!

    Speziell zum zweiten Satz möchte ich sie was fragen: “Manfreds Facebook-Profil ist deshalb so eingestellt, dass Apps alle Informationen über seine Freunde erfassen können.”

    Welche Einstellung soll das sein? Und liegt die Entscheidung wirklich bei Manfred, ob einer seiner Apps auf die Informationen seiner Freunde zugreifen darf? Wenn ja würden sie das bestimmt nicht lustig finden.
    Zum Glück ist dem nicht so. Jeder Nutzer entscheidet es für sich selbst und das endgültig, egal was wie wo bei anderen eingestellt ist.

    “Für Facebook bedeutet das, dass von den Nutzern jede Datenkategorie für Werbung oder App-Zugriff explizit freigegeben werden muss”

    Apps können erst auf Daten zugreifen, nachdem der Nutzer explizit(sic!) die Erlaubnis gegeben hat. Auch sieht er, um welche Informationen es sich handeln.
    Das war schon immer so.
    Für die Werbung bedarf es keine Erlaubnis, denn die Werbebetreiber erhalten KEINEN Zugriff auf Daten. Nix, nada, niente.

    “Zudem muss Facebook die Zustimmung der Freunde eines Nutzers einholen, bevor einer App der Zugang zu deren Daten gewährt wird.”

    Drücken sie sich doch deutlicher aus. Aufgrund des Missverständnisses von oben musste ich überlegen wie sie das überhaupt meinen.
    Die Einstellung gibt es ja und bei Zustimmung gibt es den Zugang. Das anzeige was man Facebook hier ankreiden könnte, ist das Opt-out- anstelle des Opt-in Verfahrens.
    Was sie aber (zumindest nicht eindeutig) nicht gemacht haben, sie kratzen lieber an der Oberfläche rum und riskieren Fehler.

    Herr Mack, das was sie hier betreiben grenzt an Verleumdung.
    Passen sie auf, das die aktuelle Abmahnwelle sich nicht noch auf diesen Bereich ausweitet, denn das könnte für sie teuer werden. Das als gut gemeinter Rat an sie gerichtet.

  16. A. Kolb sagt:

    *einzige

  17. Sylvia Detzel sagt:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Blog-Beitrag, Thomas Hutter!
    Mich als E-Mail-Marketing-Expertin regt es – über die z. T. falsch dargestellten FB-Fakten hinaus – vor allem maßlos auf, dass Politiker entweder manchmal denken, dass Gesetze für Parteien nicht gelten oder dass sie – was in meinen Augen noch schlimmer ist (v. a. in diesem Fall für einen Sprecher für Netzpolitik) die Gesetzeslage nicht kennen.
    Ich berate viele Unternehmen im Bereich E-Mail-Marketing und mache auch Workshops und Seminare zum professionellen Einsatz dieses Marketing-Instruments. Dabei ist immer eines der größten Themen, dass E-Mail-Marketing in Deutschland (wie in den meisten Ländern übrigens auch) Permission Marketing ist – also damit die Mail, die Herr Mack in großem Stil (und noch dazu unprofessionell, da z. B. unpersonalisiert, nur mit dem Vornamen unterzeichnet!) versendet hat, Spam ist – oder, um es mit den Worten des UWG auszudrücken, eine “unzumutbare Belästigung”.

  18. Stefanie Bamberg sagt:

    Was für ein schlechter Beitrag – da fehlen mir die Worte!
    Das Ganze auch noch per Spam-Mail vertreiben zu wollen, ist dann erstrecht ganz großes Kino! -.-

  19. Thomas Neye sagt:

    Man mag Geschäftsmodelle im Internet beurteilen wie man möchte – auch Monetarisierungsmodelle, Datenschutz und Privatsphäre. Eine öffentliche Diskussion mit fairer Vermittlung von Fakten ist für die öffentliche Aufklärung elementar. Ihr Beitrag stellt –Herr Hutter hat dies sehr kompetent zusammengefasst- leider viele Fakten falsch dar. Schade, denn dabei ging wahrscheinlich Ihre Intention zu diesem Beitrag verloren.

    Gänzlich inakzeptabel ist jedoch eine Zensur (Herrn Huther kommentierte auf Facebook seine Sperrung für weitere Kommentare in Ihrem Blog) kritischer Stimmen.

  20. 1. Facebook IST kostenlos. Warum?
    Weil jeder selber entscheidet, welche Informationen er FB zur Verfügung stellt. Es gibt keinen Zwang persönliche Daten öffentlich verfügbar zu machen.

    2. Einen so schlecht recherchierten und teilweise grob falschen Artikel zu veröffentlichen, zeigt, wie hoch das Wissensdefizit in der Politik heute immer noch ist. Hier sollten Sie dringend nacharbeiten. Schon auf Grund Ihrer “Position” als Verantwortlicher Netzpolitik.

    3. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wurden Menschen per Mail auf diesen Artikel aufmerksam gemacht? Wollen wir mal gemeinsam prüfen ob Sie sich an geltendes deutsches Recht gehalten haben?

    Vielleicht sollten Sie sich mit dem Thema Facebook noch ein paar Stunden beschäftigen und dann den Artikel durch Kommentare korrigieren und präzisieren. Vor allem diese pauschale Verteufeln von Social Media Netzwerken kann ich mehr nachvollziehen.

    Dieser Artikel ist ausschließlich NEGATIV. Habe Sie sich auch nur 1 Sekunde mit den positiven Seiten von Facebook beschäftigt?

    Mit besten Grüßen aus Leipzig
    Thomas Wagner

  21. Wieder mal ein typischer, einseitiger Beitrag der Grünen zum Thema Datenschutz und Facebook.

    Sie fordern, dass dem Nutzer klarer dargestellt wird, welche Informationen Facebook speichert, richtig? Kann man nicht davon ausgehen, dass auch der gewöhnliche Abgeordnete der Grünen ein Mindestmaß an Gehirnschmalz besitzt um zu begreifen, dass Facebook genau die Daten besitzt, die ich bereit bin zu geben?! Was soll man da noch kenntlich machen?

    Betrachten wir Facebook mal realistisch:
    Ich bekomme einen Dienst/Service/Dienstleistung KOSTENFREI an die Hand. Ich kann mich mit Freunden verabreden und tausend andere Sachen machen, die wir so an Facebook lieben.

    Im Gegenzug bekomme ich auf meine Bedürfnisse angepasste Werbung. Richtig. Stört mich das? Nein! Denn ich freue mich über passende Werbung über Digitalkameras. Denn mit Tampons kann ich leider wenig anfangen.

    Ist Ihnen auch bewusst, dass Google und hunderte Online-Shops auf eine gewisse Art und Weise auch tun? Ihnen sind sicherlich schon oft die Werbebanner in diesem Internet aufgefallen, oder? Die Banner beziehen sich immer auf Ihr Suchprofil, Ihre Nutzerdaten und besuchte Websites. Wollen wir nicht auch da ein wenig Panik verbreiten? Nein. Bitte.

  22. Struppi sagt:

    Der Artikel ist sinnvoll und für die Zielgruppe auch gut recherchiert. Das die Marketingscracks an Details nörgeln sollte nicht stören, es ist ihre berfufliche Datenquelle – die beste die es je im Internet gab.

    Es kann nicht darum gehen, dass jeder selbst für sich verantwortlich seins muss. Dann bräuchten wir keine Regeln, keine Gefängnisse, keine Richter, sondern es geht darum, dass der Staat – also wir – Rahmenbedigungen schafft, in denen auch der Mensch der nicht juristisch gebildet ist, geschützt ist. Das ist heute oft nicht der Fall und wird erst durch solche Debatten öffentlich.

    Alle die hier die totale Überwachung predigen – letztlich bedeuten die Aussagen, dass wenn jeder selbst verantwortlich ist, dass derjenige der die Daten bekommt keine Verantwortung mehr hätte und mit den Daten machen könnte was er wollte – sollten Rücksicht nehmen auf die Menschen, die ihre Daten, auch wenn sie freiwillig weitergegeben werden, in einem Rahmen geschützt sehen möchten und sollten auch die Gefahren sehen, die durch solche unbegrenzte Datenverknüpfungen entstehen.

  23. Daniel Mack sagt:

    Liebe Leserinnen und Leser,

    vielen Dank für die vielen Kommentare. Das zeigt nicht nur wie wichtig das Thema Datenschutz im Internet ist, sondern auch, dass die Politik sich intensiver damit befassen und die entsprechenden Regelungen auf den Weg bringen muss.

    Zu Herrn Hütter: Ich habe ihren Blogbeitrag gelesen. Ihre E-Mailadresse ist schon länger in meinem Verteiler. Die Mail zu diesem Blogtext ist auch nicht die erste, die sie von mir erhalten haben. Wie ist ihre Adresse in meinen Verteiler geraten ist und was ich gespeichert habe: Sobald jemand meinen Newsletter (danielmack.de) abonniert, erhalte ich eine automatische E-Mail, speichere sie in der txt-Datei für den Newsletter, lösche die E-Mail. Außer der Adresse wurden keine Daten von Ihnen gespeichert und da sie keine Mails mehr von mir lesen wollen (so verstehe ich Sie), wurden sie aus meinem Verteiler gelöscht.

    Die Kommentare von Werbetreibenden wundern mich nicht. Selbstverständlich haben Sie ein großes Interesse an Facebook-Marketing, Facebook-Beratung und verdienen durch diese Tätigkeiten auch ihr Geld.

    Meine Aufgabe ist es nicht, Geschäftsmodelle von sozialen Netzwerken zu sichern, sondern dafür zu sorgen, dass es einen klaren rechtlichen Rahmen gibt, wie im Netz Daten erhoben werden können, wie sie benutzt werden können und vor allem, dass die Nutzerinnen und Nutzer über ihre Daten bestimmen können.

    Selbstverständlich habe ich gerade Facebook als größtes soziales Netzwerk zum Beispiel genommen, um zu verdeutlichen, wie im Internet mit den Daten von Nutzerinnen und Nutzern Geld gemacht wird.

    Zur weiteren Lektüre empfehle ich Ihnen unser netzpolitisches Konzept:

    http://www.gruene-hessen.de/landtag/materialien/digitales-hessen/

    Viel Spaß bei der Lektüre!

    Daniel Mack

  24. Sehr geehrter Herr Mack

    Danke für Ihr Feedback.

    Ich kann Ihnen versichern, dass ich nie einen Newsletter bei danielmack.de abonniert habe – und eine kurze Nachfrage bei meinen Kollegen der anderen Facebook Marketing Blogs hat ergeben, dass die ebenfalls nie Ihren Newsletter abonniert haben – dh. die E-Mail-Adressen müssen auf irgend eine wundersame Weise in Ihren Verteiler gekommen sein. Gemäss den bestehenden gesetzlichen Grundlagen müssten Sie also nun nachweisen, wann und wie ich Ihnen die Freigabe für den Newsletter gegeben habe. Das von Ihnen beschriebene Vorgehen lässt dies wahrscheinlich aber nicht zu, daher unterstelle ich nun einmal ganz frech, dass Sie hier nicht die Wahrheit schreiben und schlicht und einfach lügen.

    Wie Sie richtig schreiben, haben sich hier einige “Werbetreibende” mit grossem Interesse an Facebook Marketing, Facebook Beratung, etc. zu Wort gemeldet. Wie Sie auch richtig bemerken, störe ich mich (und sicherlich auch einige meiner Kollegen) sich an Ihrem Artikel. Das hängt aber weniger damit zusammen, dass wir Angst haben unser wirtschaftliches Einkommen zu verlieren, sondern viel mehr damit, dass durch Personen wie Sie Un- und Halbwahrheiten verbreitet werden.

    Genau diese angesprochene Wahrheit vermisse ich in Ihrem ganzen Artikel. In meinem Beitrag zeige ich Ihnen anhand der einzelnen Passagen auf, dass ganze Inhalte schlicht und einfach falsch sind. Schade, dass Sie auf diese Punkte hier überhaupt nicht eingehen. Gerade dieses Nichteingehen zeigt mir aber, wie egal Ihnen (und wahrscheinlich auch anderen Politiker) effektive Fakten sind, bzw. in wie weit Desinformation für politische Propaganda eingesetzt wird. Schade, ich finde Ihr Verhalten frei von jeglichem Format. Genau solche Politiker braucht die Welt nicht!

    Vielleicht sollten Sie meinen Beitrag nochmals lesen, vielleicht ein bisschen langsamer, dafür genauer…
    http://bit.ly/1147THV

  25. Ich kann mich auch nicht daran erinnern einen Newsletter bestellt zu haben. Wie ein Newsletter sieht es auch nicht wirklich aus…

    Wenn die Inhalte stimmen und mich interessieren würden, wäre das für mich auch kein Problem.

    Inhaltlich ist der Beitrag nichts neues. Viele sind auf das Thema aufgesprungen und stellen Facebook als Gefahr dar, ohne sich über die Funktionsweise der Plattform Gedanken zu machen. Stern TV ist ein weiteres Beispiel.

    Die Umsatzaufteilung bezüglich der Apps verstehe ich nicht. Woher stammen die Zahlen und wie sollen sie sinnvoll erklärt werden. Wenn es sich auf Facebook Credits bezieht, dann funktioniert das Ganze ein wenig anders.

    Jeder Nutzer kann einstellen, welche Daten er Applikationen zur Verfügung stellt. Jeder Nutzer kann einstellen welche Daten er einer App zur Verfügung stellt, wenn ein FREUND eine Anwendung verwendet. Aber das hat Thomas Hutter ja alles schon richtig gestellt.

  26. Herr Mack hat mir einen Hinweis auf sein Vorhaben per E-Mail geschickt. Gefragt hat er vorher nicht – das ist im besten Fall unhöflich, im härteren abmahnfähig.

    Bei unserem folgenden Mailwechsel stellte ich ihm zwei Fragen:

    Fordern Sie auch ein Gesetz, dass den Verkauf von Bürgerdaten durch Kommunen fordert? Oder durch deutsche Verlage?

    Die Antwort blieb er schuldig. Was nur zeigt: Hier handelt es sich wieder einmal um jene, deutsche Politikerspezies, die frei von Fachwissen, aber vollgesaugt mit antimarktwirtschaftlichem Gedankengut mit heißer PR-Luft um Stimmen ersucht.

  27. Joachim Hustedt sagt:

    Hier sieht man bei den Grünen in Hessen – meinem Bundesland – sehr schön den Gegensatz von “gut gemeint” und “gut gemacht”. Immerhin haben sie rasch und in Herrn Hutters Sinne auf seine Post reagiert.
    Das Problem sind nicht die lesefaulen Menschen, Herr @Hutter, oder die fehlenden Gesetze, Herr @Mack. Das Problem ist das wie ein Geschwür wuchernde und für Rechtsunkundige leider oft unverständliche Kleingedruckte, ein “information overkill”, der durch schiere Zeichenmasse jegliches Verständnis erstickt. Ich ahne eine Absicht der Autoren dahinter…
    Mit einem Gesetz kommt man da nicht weiter, da stimme ich Herrn @Hutter zu. Ein weiteres Gesetz würde die Bleiwüsten von AGB, Datenschutz u. a. Bestimmungen weiter wachsen lassen. Vielleicht sollten Gesetze (Datenschutz-, Telemedien- usw.) zurückgezogen, zusammengefasst und vereinfacht werden. Herr @Mack, die Grünen sehe ich hier gefordert!
    Und natürlich sollten Menschen sensibilisiert werden für das Thema. Medienkunde als Schulpflichtfach mit ausreichend Lehrern, Unterrichtsmaterial, Computerzugängen usw. wäre eine Maßnahme, die gerade Politiker und Parteien auf Landesebene auf ihre Fahnen schreiben sollten.
    Lieber Herr @Mack, das wäre etwas, was ich als Wähler begrüßen würde!
    Damit das in den Stundenplan passt, könnte man Religion (egal welcher Geschmacksrichtung) streichen. Die gehört in Kirchen, Synagogen, Moscheen oder andere Tempel, nicht in eine öffentliche Schule.

Schreiben Sie einen Kommentar

Verhaltensregeln
Ein Blog lebt von den Kommentaren und der Beteiligung der LeserInnen. Wir freuen uns über Lob, Kritik und spannende Diskussionen. Aber bitte in angemessener Form. Inhaltliche Kritik ist uns willkommen, aber Schmähkritik, persönliche Angriffe und Beleidigungen werden nicht geduldet. Links, Werbung, Spam ohne Bezug zum Thema sowie Kommentare, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, sind ebenso unerwünscht. Für Inhalte in unserem Blog übernehmen wir auch rechtlich eine Mitverantwortung, deshalb löschen wir Beiträge, die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen.

Wir bitten Sie diese Regeln bei Ihren Kommentaren einzuhalten und freuen uns auf spannende Diskussionen.

KoaVertrag-BannergläserneFacebook225x100
Datenschutz Impressum