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Foto von Bettina Hoffmann
27. Januar 2013

Alltäglicher Sexismus - bis keiner mehr mit lacht

Bettina Hoffmann, Frauenpolitische Sprecherin und Beisitzerin im Landesvorstand

Es bedurfte nur einer mutigen Journalistin und ganz Deutschland redet über die alltäglichen sexistischen Übergriffe auf Frauen. Und es war ein Rainer Brüderle notwendig, ein Zotenreißer der alten Schule, der die Aufmerksamkeit der Presse und einer ganzen Gesellschaft bekommt. Und plötzlich taucht eine Studie des Bundesfamilienministeriums  von 2005 auf – vorher nicht veröffentlicht oder nicht beachtet? Tausende Schicksale von Frauen sind plötzlich wichtig – vorher nicht geklagt oder nicht erhört? Jetzt scheint alles ans Licht zu kommen, was wir alle längst schon wissen und was geduldet wird – vielleicht immer weniger, aber immer noch. Die Studie bringt belastbare Zahlen. Knapp 60 % der Teilnehmerinnen gaben an, mindestens einmal Opfer sexueller Belästigung geworden zu sein. Die Berichte betroffener Frauen zeigen, dass dies überall passiert, in der Familie, im Bekanntenkreis, auf der Arbeit bis in Kirche und Gesundheitswesen. Meist werden nur schlimme Einzeltaten wirklich aufgedeckt. Doch der tägliche Sexismus, bei dem alle wegsehen und der scheinbar nur der Frau peinlich ist, schafft ein Klima, das sexuelle Gewalt erst ermöglicht. Appelliert wird an die Empathie des Mannes, rechtzeitig zu erkennen, dass er zu weit gegangen ist. Doch wir Frauen wollen mehr. Wir wollen, dass keiner mehr mit lacht. Wir müssen solange über dieses Thema reden, bis die Zotenreißer geächtet werden, bis sexistische Belästigungen nicht mehr uns Frauen, sondern den Tätern peinlich sind. Wir brauchen den öffentlichen Protest der Frauen, denn wir dulden keinen Sexismus mehr. Das „Brüderln“ muss endlich aufhören!

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