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Foto von Kordula Schulz-Asche
28. November 2012

Pflegenotstand endlich angehen – heute für morgen sorgen!

Kordula Schulz-Asche, MdL - stellv. Fraktionsvorsitzende - Sprecherin für demografischen Wandel, Gesundheit und Behindertenpolitik

Gerade in diesen Wochen erscheint eine Studie nach der anderen, die bekannte, auf bereits vorhandene und wachsende Probleme in der Altenpflege hinweisen. Für 2030 schätzt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung allein in Hessen eine Versorgungslücke von 26.000 Vollzeit-kräften. Aber auch in der Krankenpflege fehlen laut Pflegemonitor heute bereits 2.122 Vollzeitkräfte. Wir müssen endlich anfangen, alle Kräfte zu mobilisieren, um auf den Pflegenotstand in Hessen zu reagieren.

Wir brauchen ein stärkeres Engagement für die Pflege, angefangen bei einer größeren Unterstützung der Pflegestützpunkte und der Förderung von ambulanten Versorgungskonzepten, insbesondere für demenziell Erkrankte. Die Pflege muss ganzheitlich und auf den individuellen Bedarf der Pflegebedürftigen (und ihres persönlichen Umfeldes) ausgerichtet sein. Selbstbestimmung und Würde der pflegebedürftigen Menschen, die Sicherstellung der Pflege-Qualität, gute Arbeitsbedingungen und ein engmaschiges, bedarfsgerechtes und flexibles Angebot sind grundlegende Aufgaben und Ziele für mich.

Unsere alternde Geselslchaft braucht mehr Fachkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen sowie in professionelle Strukturen eingebundenes Ehrenamt. Der Pflege-Beruf wird immer komplexer, nicht zuletzt durch pflegebedürftige Menschen mit mehreren Erkrankungen und die steigende Zahl an Menschen mit Demenz. Mehr Fachkräfte bekommen wir aber nicht, wenn die Fachausbildung immer weiter abgewertet wird. Ich frage mich immer, was eigentlich an Medizin interessierte Abiturienten tun können, die kein Einser-Abitur gemacht haben – außer sich bis zur Zulassung zum Medizin-Studium durchzuschlagen. Eine Aufwertung der Pflege zu einem eigenen deutlichen Berufsbild, eine Ausbildung, die den Grundstein für eine spezialisierte Weiterbildung legt, und echte berufliche Aufstiegsmöglichkeiten sind längst überfällig.

In anderen Ländern gibt es hier längst vorbildliche Konzepte für moderne Pflegeausbildungen. Die Trennung von Altenpflege (z.T. Länder-finanziert) und Krankenpflege (Kassen-finanziert) ist in Deutschland historisch bedingt und muss schnell überwunden werden. Dazu muss aber der Pflege im Konzert der Gesundheitsversorgung endlich auch mehr Stimme verliehen werden. Deshalb fordere ich auf Landesebene – ähnlich wie in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein – die Einrichtung einer Pflegekammer. Klare Regelungen zu Fort- und Weiterbildung sind im Übrigen auch eine Maßnahme des Verbraucherschutzes – für die Pflegebedürftigen.

Wie absurd derzeit in Hessen schwarz-gelb agiert, wird an einem ganz kleinen Beispiel deutlich. Im Pakt zur Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum sind alle dabei: Von der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung bis hin zu den Kassen und Kommunen. Aber was fehlt, ist natürlich die Pflege! So darf das nicht weitergehen.

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